McCain und Clinton feiern Siege bei US-Vorwahlen : Zurück zur Vergangenheit

In den US-Vorwahlen trennt sich langsam die Spreu vom Weizen. Hillary Clinton ist weiter dabei - warum sie aber den "Wechsel" repräsentieren soll, fragt sich Friedemann Diederichs.

Avatar_shz von
21. Januar 2008, 08:10 Uhr

Im Rennen um die Bush-Nachfolge beginnt sich im Vorwahl-Marathon langsam die Spreu vom Weizen zu trennen. Hillary Clinton hat mit ihrem Sieg am Wochenende in Nevada deutlich gemacht, dass sie unter Frauen weiterhin als "Königin der Herzen" gilt, und auf dieser Welle durchaus zurück ins Weiße Haus gespült werden könnte. Barack Obama bleibt ein ernstzunehmender Konkurrent. Und bei den Republikanern unterstrich der 71-jährige John McCain in South Carolina die alte Weisheit, dass Totgesagte länger leben: Im Sommer noch als weitgehend chancenlos eingestuft, feierte der Vietnam-Held nun nach New Hampshire den zweiten wichtigen Sieg.

Damit deutet sich, werden Clinton und McCain ihren jetzt untermauerten Favoritenrollen gerecht, ein End-Duell für den Herbst an, das nur sehr eingeschränkt dem Wunsch der Wähler nach "Wandel" in Washington gerecht werden würde. Auf der einen Seite steht mit John McCain ein Bewerber, der einst als unbequemer Querdenker galt. Heute allerdings präsentiert er sich - vor allem mit seiner Unterstützung der Irak-Politik des Präsidenten - als Konformist, und auch sein klares "Ja" zu Steuersenkungsplänen Bushs passt zu diesem Eindruck.

Und Hillary Clinton? Auch sie stellt sich krampfhaft als Figur dar, die angeblich "Wechsel" repräsentiert, doch hat sie bisher nicht erkennen lassen, was sich bei einem Einzug ins Weiße Haus im Vergleich zur achtjährigen Präsidentschaft ihres Mannes und ihrer First-Lady-Funktion wirklich ändern würde. Sowohl McCain wie auch Clinton stehen eher für ein "Zurück zur Vergangenheit" als einen Bruch mit ihr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen