Standortpolitik : Windmesse in Husum: Der Markt entscheidet

Windräder des Offshore-Windparks Alpha Ventus in der Nordsee. Foto: dpa
Windräder des Offshore-Windparks Alpha Ventus in der Nordsee. Foto: dpa

Husum gegen Hamburg: Der Streit um die Windmesse muss vom Tisch, damit die Branche auch in Zukunft in den Norden kommt. Ein Kommentar von Helge Matthiesen.

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05. April 2013, 09:45 Uhr

Husum gegen Hamburg, David gegen Goliath, der böse Angreifer und der tapfere Verteidiger: Die Rollen im Streit um die Windmessen scheinen klar verteilt. Die Sympathien zumal in Schleswig-Holstein auch. Doch leider ist die Sache nicht so einfach. Vor allem die Vertreter Husums haben im Vorfeld der Verhandlungen klar Position bezogen und Forderungen formuliert, die einen Ausgleich mit dem Mitbewerber aus Hamburg schwierig machen. Wer jetzt zurückweicht, verliert das Gesicht.

Husum setzt ganz offenkundig auf eine politische Lösung. Die Hamburger Messegesellschaft ist staatlich kontrolliert. Ein Machtwort aus dem Rathaus, so die Hoffnung an der Westküste, könnte das Problem mit einem Schlag lösen. Die Kieler Landesregierung betreibt unverdrossen Standortpolitik, indem sie beim Hafenschlick die Daumenschrauben ansetzt. Offenkundig ohne nachhaltige Wirkung. Dieses Blockadespiel kann man jetzt natürlich endlos weitertreiben. Sinnvoll ist das nicht, denn es raubt beiden Seiten den Gestaltungsspielraum, den nur Verhandlungen bieten. Außerdem trügt die Hoffnung auf eine politische Lösung. Die Frage nach dem Standort der Windmesse ist nämlich zuallererst eine Frage des Marktes. Von dort, aus dem Verband der Maschinenhersteller kam der Impuls, Husum den Rücken zu kehren. Es sind die Aussteller, die am Ende entscheiden werden, welcher Standort die Nase vorn behält. Sie wollen Klarheit und sie wollen ein gutes Angebot und zwar rechtzeitig. Firmen müssen Geld verdienen. Ihre Geduld mit politischen Spielchen ist beschränkt.

Modelle für eine Einigung gibt es: Die Husumer Messe kann als Veranstalter in Hamburg auftreten. Eine Teilung und eine inhaltliche Neuausrichtung sind denkbar. Auch über finanziellen Ausgleich für Husum wird gesprochen. Unverrückbare Positionen sind indes ein Hindernis. Alles dreht sich um 2014. Viel spannender ist jedoch die Frage, was 2016 geschieht. Wenn Husum und Hamburg sich nicht einigen, wird der Markt entscheiden. Einer wird am Ende mit leeren Händen dastehen - oder beide. Politik hin oder her.

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