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24. Oktober 2017 | 01:14 Uhr

Wieder Unruhe beim 1. FC Schinkel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball-Kreisliga: Nach den Vorkommnissen beim Spiel gegen den ESV II liegen drei Sonderberichte vor

von
erstellt am 01.Sep.2015 | 20:00 Uhr

Es hat schon etwas Skurriles, dass der 1. FC Schinkel erneut nach einem Spiel der Fußball-Kreisliga gegen den Eckernförder SV II vor einem dunklen Kapitel steht. Im Vorjahr gab es vor der Partie in Eckernförde einen Spieleraufstand gegen Trainer Lars Dubau, der dazu führte, dass neun Spieler den Verein verließen. Sieben von ihnen wurden suspendiert, zwei gingen von sich aus. Und auch nach dem Spiel in der Kreisliga Rendsburg-Eckernförde am vergangenen Sonnabend gibt es rund um die Ligamannschaft des FC Klärungsbedarf. Neun Gelbe Karten, eine Gelb-Rote und eine Rote Karte zeigte Schiedsrichter Donik Ibrahimi gegen die Hausherren. Dazu wurde FC-Coach Lars Dubau wegen Reklamierens hinter die Bande verwiesen. Ein Spiel wie jedes andere war es nicht, und es könnte noch weitere Konsequenzen haben.

Dass es in einem Fußballspiel – wahrscheinlich sogar in nahezu jedem – auch mal zum sogenannten „Trash-Talk“ kommt, also zu kleineren Beleidigungen oder Kommentaren, die den Gegner um die Konzentration bringen sollen, ist ganz normal. So war es auch am Sonnabend in Schinkel, und auch die Eckernförder Gäste werden sich davon nicht freisprechen können. Jedoch waren es am Ende fast alle Schinkeler Spieler, die in den Augen des Schiedsrichters in ihren Aktionen teilweise über das Ziel hinausschossen. Nicht nur gegen den Gegner, wie bei der Roten Karte gegen Simon Sam, der ESV-Spieler Tobias Hinz derart hart foulte, dass dieser direkt nach dieser Aktion verletzt ausgewechselt werden musste, sondern auch gegen die Unparteiischen. Dabei wurde den drei Brüdern Donik, Durim sowie Dren Ibrahimi von neutralen Zuschauern ein durchaus gutes Zeugnis ausgestellt.

Die Folgen aus dieser Partie sind drei Sonderberichte, die das Schiedsrichtergespann an das Kreisgericht weitergeleitet hat. Neben Trainer Lars Dubau sind auch zwei Spieler betroffen. Zudem gibt es eine weitere Meldung über einen Vorfall eines FC-Spielers, der sich über Facebook nach dem Spiel an einen der beiden Linienrichter wendete. Der Inhalt dieser Nachricht ist dem Kreisgericht bekannt und wird ebenfalls ausgewertet. Für den Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Hans-Werner Karstens (Foto), ist nach eigener Aussage „das Maß voll“. Für Karstens, der selbst Mitglied des 1. FC Schinkel ist und für diesen seit Jahren pfeift, sind die Vorkommnisse ein großes Ärgernis. Er wird deutlich und sagt: „Ich erwarte, dass der Verein auf die Geschehnisse reagiert und Konsequenzen daraus zieht. Sonst werde ich meine Konsequenzen ziehen.“ Ein Vereinswechsel ist für Karstens mittlerweile denkbar. „Ich werde auf fast jedem Platz darauf angesprochen, was bei uns im Verein los ist. Das nervt einfach nur noch.“

Zum Inhalt der Sonderberichte darf und will sich Karstens natürlich nicht äußern, doch er wird aufmerksam verfolgen, wie der Fall vom FC-Vorstand behandelt wird, sobald es Urteile gibt. Im Vorstand des Klubs gibt man sich vorerst zurückhaltend. Die 2. Vorsitzende Sandra Möller, der die Sonderberichte seit gestern vorliegen, sagt: „Wir werden das jetzt auswerten und versuchen, alles nachzuvollziehen. Danach werden wir dann unsere Konsequenzen daraus ziehen.“ Nach EZ-Informationen geht es unter anderem um rassistische Äußerungen und auch um Zerstörung von Eigentum der Unparteiischen in der Schiedsrichterkabine.

Nach dem großen Umbruch in der vergangenen Saison schien der Verein mit vielen jungen Spielern auf einem guten Weg zu sein, sein angekratztes Image wieder aufzubessern. Nach diesem Spiel nun sind neue Kratzer entstanden, weshalb Karstens etwas resigniert feststellt: „Es wird ein Bild vom Verein 1. FC Schinkel in den Kreis Rendsburg-Eckernförde geworfen, das absolut unangenehm und unerwünscht ist. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn uns die Schiedsrichter von der Fahne gehen.“

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