Eisbär gestorben : Wie Knut die Kassen klingeln ließ

Vom Knut-Hype profitierte nicht nur der Berliner Zoo. Auch viele Unternehmen machten mit Eisbär-Souvenirs kräftig Kasse. Ein Teil der Einnahmen floss in Tierschutzprojekte.

Avatar_shz von
20. März 2011, 11:46 Uhr

Der Berliner Eisbär Knut löste nicht nur ein weltweites Medieninteresse aus, er setzte auch eine Merchandising-Welle ungeahnten Ausmaßes in Gang. An der berühmten Bärenmarke verdiente der Berliner Zoo Millionen.Ob Kuscheltiere, Klingeltöne, Bildbände, Briefmarken, Süßigkeiten oder Porzellanfiguren - alle Produkte rund um den Medienstar und Umweltbotschafter Knut fanden reißenden Absatz. Sie ließen auch die Kassen vieler Unternehmen klingeln. Sein überraschend früher Tod am Samstag stürzte seine Fans in Trauer und könnte kurzfristig noch einmal die Verkaufszahlen steigen lassen.
Das wegen seiner Handaufzucht weltberühmte Tier wurde schon früh zum "Milliobär". Kurz nach seiner "Weltpremiere", bei der der kleine Knut am 23. März 2007 erstmals dem Publikum gezeigt wurde, strömten die Menschen in Massen herbei. Der Zoo zählte in den folgenden Jahren jeweils mehr als drei Millionen Besucher.
Knut bediente gleich mehrere Botschaften
Die zusätzlichen Eintrittsgelder, die Gewinne aus dem Verkauf von Knut-Souvenirs und die Erlöse von Filmrechten ("Knut und seine Freunde") und DVD-Rechten (Knut I und Knut II) summierten sich auf rund sechs Millionen Euro. Auch als Konterfei auf fünf Millionen Briefmarken machte Knut Kasse. Viele Einnahmen flossen auch in Tierschutzprojekte und kamen dem Zoo zugute. Knut-Süßigkeiten ließ zum Beispiel der Fruchtgummihersteller Haribo auflegen. Auf dem Höhepunkt der Knut-Welle 2007 wurden eine Million Schaumgummibären täglich produziert, die bis nach Japan verkauft wurden. Der Handy-Klingelton-Produzent Jamba setzte seine Knut-Töne auch in Italien, Schweden, Spanien und den USA ab. Mit der Marke "Respect Habitats Knut" warb der Eisbär für einen respektvollen Umgang mit der Natur. Viele Unternehmen greifen auch heute noch das Thema Eisbär für ihre Werbung auf.
Knut bediente gleich mehrere Botschaften: Sein weißes Fell und in seinen ersten Lebensmonaten niedliches Aussehen mit den schwarzen Knopfaugen standen für Unschuld und Reinheit. Als er geboren wurde, kochte die Diskussion um den Klimawandel hoch: Schmelzende Eisberge in der Arktis, Knuts Artgenossen in Gefahr. "Das war sicher beides, was zum Erfolg führte: Die Debatte um den Klimaschutz und das ganz besondere Verhältnis zwischen Knut und seinem Tierpfleger Thomas Dörflein", hieß es damals im Zoo.
(dpa, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen