Nachhilfe : Wenn Hilfe, dann richtig

Wann ist Nachhilfe sinnvoll, wie lange sollte sie dauern, wie können Eltern ihren Kindern auf die Sprünge helfen? Bettina Thüs, Gebietsleiterin der Schülerhilfe in Schleswig-Holstein, gibt Tipps:

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17. September 2012, 10:49 Uhr

# | Nachhilfe sollte nicht zur Dauer-Unterstützung werden.
Allerdings sind Wissenslücken in der Regel über einen längeren Zeitraum entstanden und es kann durchaus sechs bis zwölf Monate dauern, diese Lücken wieder zu schließen.
Auch, wenn ein Kind schlechte Noten hat:
Hobbys, besonders sportliche, sind motivierend und stärken das Selbstbewusstsein. Also nicht das Fußballspielen verbieten, wenn eine "fünf" unter der Mathe-Arbeit steht.
Entscheidend ist, dass ausreichend Zeit fürs Lernen bleibt. Wichtig sind auch Pausen: Wer entspannen kann, der lernt auch leichter.
Schlechte Noten nicht dramatisieren, aber auch nicht ignorieren.
In unteren Klassen werden die Grundlagen für das weitere Lernen in den höheren Klassen gelegt. Defizite, die hier entstehen, lassen sich später nur schwer aufholen.
Gute Organisation löst viele Probleme.
Besonders beim Übergang von der Grund- auf eine weiterführende Schule werden Kinder mit einer Flut neuer Mitschüler, Lehrer, Fächer, Räumlichkeiten konfrontiert. Ein Plan hilf, den Überblick darüber zu behalten, wann für welches Fach gelernt werden muss.
Bücher sind gute Übungen für Deutschaufsätze.
Dabei kommt es weniger auf den Inhalt an, als darauf, dass sich dem lesenden Kind Satzstrukturen erschließen. Eltern können das gezielt unterstützen, indem sie das Kind in die Bücherei begleiten, bei der Buchauswahl helfen - und kontrollieren, dass Lesevereinbarungen eingehalten werden.
Hausaufgaben müssen gemacht werden.
Ein Aufgabenheft hilft bei der Kontrolle, ein Zeitplan bei der Selbstorganisation. Und: Hausaufgaben sind die Aufgaben des Kindes.
Eltern dürfen beraten, unterstützen, abfragen; die Arbeit der Kinder erledigen, dürfen sie nicht. Nur so kann übrigens auch die Lehrkraft beurteilen, ob Schüler oder Schülerin Schritt halten.
Niemals für eine schlechte Zensur bestrafen.
Kinder müssen wissen, dass sie mit jeder Note zu ihren Eltern kommen können. Nur dann kann gemeinsam, ggf. zusammen mit dem Lehrer, nach Lösungen gesucht werden.

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