Eckernförde/Limassol : Weihnachten auf Gefechtsstation

Resultat  von Soldaten im Weihnachtsrausch: selbst gebastelter Schmuck und ein Knusperhäuschen.
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Resultat von Soldaten im Weihnachtsrausch: selbst gebastelter Schmuck und ein Knusperhäuschen.

Weihnachten bei 19 Grad und sonnigem Himmel: Zum ersten Mal verbringt das Flottendienstboot "Alster" die Festtage nicht im Heimathafen Eckernförde, sondern feiert auf Zypern.

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26. Dezember 2011, 04:30 Uhr

Eckernförde/Limassol | Das Flottendienstboot "Alster" verweilt über die Feiertage erstmalig nicht in Eckernförde, sondern befindet sich im nationalen Aufklärungseinsatz im Mittelmeer. Das zum 1. U-Boot-Geschwader gehörende Boot mit seinen 86 Besatzungsangehörigen verbringt Weihnachten auf Zypern.
An weiße Weihnachten ist hier nicht zu denken. "Wir schlagen uns bei 19 Grad Celsius mit Sonne und wolkenlosem Himmel umher", sagt Kommandant Korvettenkapitän Maik Riegel. "Vorweihnachtliche Stimmung kam an Bord der Alster nicht wegen des Wetters auf, aber dennoch hat die Besinnlichkeit Einzug gehalten, und jeder geht seinen Gedanken nach." Rund 30 Soldaten sind vorgestern für einen Kurztrip zu ihren Familien nach Deutschland gefolgen - vornehmlich Familienväter. Aber auch einige Angehörige sind nach Zypern gekommen, um das Weihnachtsfest vielleicht in kurzes Hose und T-Shirt zu verbringen.
Keine hektischen Einkäufe, keine wilden Gedanken
"In den vergangenen Tagen herrschte an Bord überall rege Betriebsamkeit", so Maik Riegel. "Da sind Weihnachtsterne gebastelt, Weihnachstkarten geschrieben, Plätzchen gebacken und die Messen geschmückt worden. Und einige Hardcore-Weihnachtsfans haben sogar Lebkuchenhäuschen de luxe produziert." Auf keinen Fall sei etwas vom bekannten vorweihnachtlichen Stress zu spüren gewesen - keine hektischen Einkäufe, keine wilden Gedanken über die Art der Geschenke, kein Planungschaos für die Weihnachstzeit. "Nur bei den Heimfahrern kam hin und wieder Vorfreude über das bereits durchgeplante Fest in der Heimat auf."
Über eines herrscht an Bord aber Gewissheit: Die Schönheit und Bedeutung eines Festes steigt auch mit der Möglichkeit der Teilnahme. Und daher freuen sich viele "Alsterianer" ganz besonders auf Weihnachten im nächsten Jahr.
"Kinoabend in der Offiziermesse"
Zum 3. Advent wurde das Flottendienstboot zum Weihnachtsmarkt: Die Soldaten trafen sich auf dem Helikopterdeck zu Glühwein und Kakao sowie Plätzchen und warmem Apfelstrudel. Ein großes Paket aus der Patenstadt Hof wurde komplett verputzt. Bei Lichterkette und Musik genossen die Soldaten die Adventsstimmung. Zum kulturellen Teil des Marktes zählten das Lesen einer Weihnachsgeschichte, das Aufstellen eines luftgefüllten Schneemannes und die Versteigerung von Gesundheitsmassagen und dem Besuch der Badewanne. Zu guter Letzt wurden bei einer Tombola viele Preise gewonnen. Neben Gewinnen wie "Ein Tag frei in See", "Kinoabend in der Offiziermesse" sowie diversen Leckerein haben drei Besatzungsmitglieder auch das Glück, dass der Kommandant ihnen Frühstück ans Bett bringen wird. Die Einnahmen werden einem karitativen Zweck zugeführt, der Empfänger wird noch bestimmt.
An Heiligabend, werden alle Seemänner und Seefrauen, die auf Zypern geblieben sind, ein gemeinsames Kaffetrinken genießen und eine kleine Messe mit dem Pfarrhelfer Klein aus Eckernförde begehen. Zwei Kameraden lesen die Weihnachtsgeschichte vor. Einen Weihnachtsbaum haben sie zwar nicht, dafür aber eine kleine Palme, die sie heute noch mit ihren selbstgebastelten Sternen schmücken wollen.
Zehn bis 15 Soldaten haben Wachdienst
Die "Alsterianer" ziehen sich dann allein oder in Gruppen zurück, um die weihnachtlichen Momente persönlich zu genießen. Kapitän Riegel: "So ist sichergestellt, dass jeder an Bord sowohl gemeinschaftliche als auch seine persönlichen Momente genießen kann, gleich einem Familienfest." Zehn bis 15 Soldaten jedoch haben an Heiligabend Wachdienst. Aber auch für sie wird es genügend Gelegenheit geben, sich für eine besinnliche Zeit zurückzuziehen.
Die Weihnachtszeit zieht die Alster etwas hinaus: Erst am 30. Dezember geht es wieder auf See, ins östliche Mittelmeer, wo das Schiff für längere Zeit auf sich allein gestellt seinen Erkundungsauftrag ausführt. Es ist ein ungewohntes Weihnachtsfest, und viele Gedanken der Soldaten gelten den Daheimgebliebenen, wie Maik Riegel sagt: "Die Besatzung wünscht allen Eckernfördern eine fröhliche und gesunde Weihnachtszeit und freut sich auf ein baldiges Wiedersehen in 2012."

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