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21. Oktober 2017 | 05:59 Uhr

Energieversorger Eprimo : Wechsel wider Willen

vom

Mehrere Schleswig-Holsteiner beschwerten sich bei der Verbraucherzentrale: Sie hatten nach einem Telefonanruf einen neuen Stromversorger - ohne das zu wollen.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2012 | 01:00 Uhr

Kiel | Ein Anruf - schon ist der Stromanbieter gewechselt. Womit Energieversorger gern werben, ging einigen Schleswig-Holsteinern dann doch etwas zu schnell. Sie wechselten den Anbieter, ohne überhaupt einen entsprechenden Auftrag erteilt zu haben. Das berichtet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, bei der in den vergangenen zehn Tagen rund 20 Anrufe und Emails mit Beschwerden eingingen.
Telefonisch wurde den Verbrauchern ein Angebot des Gas- und Stromversorgers Eprimo gemacht. Um Informationen darüber per Post zu erhalten, nannten sie ihre persönlichen Daten - und wunderten sich, was sie wenige Tage später passierte: Anstelle eines Angebots landete eine Auftragsbestätigung im Briefkasten der überraschten Kunden.
14 Tage lang hat der Verbraucher die Chance, zu widerrufen
Zwar haben Verbraucher bei telefonischen Vertragsabschlüssen ein 14-tägiges Widerrufsrecht, erklärt Victoria Boss, Juristin der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. "Verbraucher, die eine solche Auftragsbestätigung von Eprimo erhalten, sollten, wenn sie das Angebot nicht annehmen wollen, Eprimo umgehend schriftlich mitteilen, dass sie keinen Versorgerwechsel wünschen." Allerdings trudelte außerdem eine Kündigungsbestätigung des eigentlichen Stromanbieters beim Verbraucher ein - denn Eprimo hatte dort gekündigt. "Dafür ist eigentlich eine schriftliche Vollmacht nötig", so Boss. Das werde jedoch wegen automatisierter Prozesse oft nicht ausreichend geprüft.
Auf die scheinbar dubiose Verkaufspraxis zeigte sich Eprimo-Sprecher Jürgen Rauschkolb entsetzt: "Das geht nicht, das ist nicht unser Verständnis von Vertrieb." Seine Vermutung: Bei dem Anrufer könnte es sich um einen der zahlreichen Vertriebspartner handeln. Ob dem so ist, wolle Rauschkolb nun herausfinden und kündigte an, der Sache nachzugehen. Sollte es sich bei den Beschwerden tatsächlich um nicht in Auftrag gegebene Verträge handeln, solle den Verbrauchern dadurch "kein Nachteil" entstehen, versichert Rauschkolb.

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