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Volles Risiko: VfR spielt zwei Mal an einem Sonnabend daheim

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 14:00 Uhr

Es ist eine Entscheidung, die bei Traditionalisten und Alt-Rasensportlern eine Mischung aus Zorn, Gänsehaut und ungläubigem Kopfschütteln hervorrief: Fußball-Regionalligist VfR spielt „freiwillig“ an einem Sonnabend zu Hause – und das gleich im Doppelpack. Ausgerechnet die beiden brisanten Abstiegsduelle mit dem Lüneburger SK Hansa (morgen, 14 Uhr) und dem BV Cloppenburg (28. Februar, 14 Uhr), in denen jeder einzelne Zuschauer als Rückhalt benötigt wird, finden nicht am VfR-Stammspieltag Sonntag statt. Das ruft alleine deswegen große Skepsis hervor, weil in der Vereinshistorie der Lila-Weißen – die kultige Regionalligasaison 2003/04 einmal ausgeklammert – die Besucherzahlen bei Sonnabend-Heimspielen häufig richtig mies waren. So resultiert der Nachkriegszeit-Negativrekord bei einem Meisterschaftsspiel daheim aus der Oberligasaison 2000/01, als an einem Sonnabend nur 112 Zuschauer die Partie gegen den TSV Lägerdorf sehen wollten. Morgen kommen erschwerend die Fernsehübertragung des Bundesliga-Klassikers FC Bayern gegen HSV, der Drittliga-Hit Holstein Kiel gegen Dresden (live im Internet) sowie die Öffnungszeiten der Geschäfte und somit zahlreiche berufstätige Fußballfans dazu. Soll heißen: Mit der Vorverlegung auf einen Sonnabend geht Rasensport volles Risiko. Zumal die Erfahrungen der Vorjahre zeigen, dass es in Amateurklassen häufig schwierig war, die Fans aus ihrem „Winterschlaf“ zu wecken. Landauf, landab waren die Besucherwerte nach Weihnachten zuletzt um einiges schlechter als in der ersten Halbserie.

„Wir waren und sind mit den Zuschauerzahlen in dieser Saison nicht zufrieden“, betont VfR-Schatzmeister Olaf Schließeit (Foto), „und wollen daher mal etwas Neues ausprobieren“. Dass der Sonnabend als Spieltag bei Neumünsters Fußballfreunden als unattraktiv gilt, ist dem 47-Jährigen bekannt. „Aber was früher schlecht war, muss ja heute nicht immer noch schlecht sein“, hofft er auf eine Trendumkehr. Der Schnitt bei Rasensport beträgt aktuell 561 Besucher pro Heimspiel – kaum vorstellbar, dass er nach der morgigen Begegnung mit Lüneburg darüber liegen wird.

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