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22. Oktober 2017 | 14:23 Uhr

VfR-Vorbereitung wird zum Albtraum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünsters über weite Strecken restlos enttäuschender Fußball-Regionalligist kommt in seinen letzten beiden Tests über Unentschieden nicht hinaus

Die wohl schlechteste Vorbereitung des VfR in der jüngeren Vereinsgeschichte wurde durch zwei mangelhafte Leistungen und Resultate noch „gekrönt“. Eine Woche vor der Restrundenfortsetzung daheim gegen Lüneburg (14. Februar, 14 Uhr) reichte es für den Neumünsteraner Fußball-Regionalligisten sowohl beim SH-Liga-Tabellenfünften SV Todesfelde als auch beim Hamburger Landesliga-Viertletzten Klub Kosova nur zu einem Unentschieden.


SV Todesfelde - VfR 2:2 (2:0)

SV Todesfelde: Jeschke - Petzold, Beyer (46. Yavuz), Lembke, Hamann (62. Ferk) - Sixtus, Schumacher (46. Testa), Hein, Lübcke (62. Kokot) - Studt (46. Bruhn), Liebert.

VfR Neumünster: Springer - Durak (83. Aboagye), Eleftheriadis (46. Schäfke), Olthoff (82. Bönigk), Nagel - Laabus, Tenno, Pino Tellez (88. Schlagelambers), Zekjiri - Bento, Harrer (46. Abou-Khalil).

SR: Deeg (Hartenholm). – Zuschauer: 25. – Tore: 1:0 Studt (11.), 2:0 Studt (41.), 2:1 Bento (76.), 2:2 Abou-Khalil (86.).

Vor den Augen von Lüneburgs Trainer Elard Ostermann, der mit seinem LSK Hansa am kommenden Sonnabend zum Meisterschaftsauftakt 2015 an der Geerdtsstraße vorbeischauen wird, spielte Lila-Weiß eine restlos enttäuschende erste Halbzeit. Eine mangelnde Abstimmung in der Defensive, kaum einmal eine zündende Idee im Mittelfeld und ein harmloser Angriff: Das waren die Zutaten einer richtig zähen Hausmannskost. Und so wunderte es nicht, dass der klassentiefere SH-Ligist mal eben zwei Tore vorlegte. Nutznießer der Unzulänglichkeiten aufseiten der „Veilchen“ war Todesfeldes Dennis Studt, dem zwei blitzsaubere Treffer per Flachschuss auf Zuspiel von Luca Sixtus sowie per Heber auf Vorlage des Ex-Rasensportlers René Lübcke gelangen (11., 41.). Nach dem Wechsel präsentierte sich der Regionalligist auf Kunstrasen in Bad Segeberg deutlich verbessert. Ob dies an der Auswechslung des zweifachen Torschützen Studt lag, sei dahingestellt. Jedenfalls sorgte nun Hannes Schäfke (anstelle des Winter-Neuzugangs Angelos Eleftheriadis) für mehr Stabilität in der Deckung, und im Vorwärtsgang erwies sich der ebenfalls eingewechselte Abdel Abou-Khalil (für Michél Harrer) als absoluter Aktivposten. Besonders auf der linken Außenbahn ließ der VfR mehrfach die Post abgehen. Nur trat bei der Erkenbrecher-Elf ein altbekanntes Problem zu Tage: die Chancenverwertung. So drückte Schäfke die Kugel nach einem Nagel-Eckstoß an die Latte (50.), ehe Reio Laabus seinen kurz vor der Todesfelder Torlinie postierten Mitspieler Ermir Zekjiri anschoss (60.). Ferner scheiterte Abou-Khalil an Torwart Nico Jeschke (65.), nur 120 Sekunden später verzog Zekjiri freistehend. Am Ende rettete Rasensport immerhin noch ein Remis. Bento aus Nahdistanz auf Vorlage von Abou-Khalil (76.) sowie Letzterer per platziertem Scharfschuss in umgekehrter Kombination nach Vorarbeit von Bento (86.) trafen zum 2:2. Unmittelbar vor dem Abpfiff reklamierte Lila-Weiß nach einer Attacke an Abou-Khalil vergeblich auf Strafstoß, was Trainer Uwe Erkenbrecher endgültig dazu veranlasste, von einer „zum wiederholten Mal in der Vorbereitung schwachen Schiedsrichterleistung“ zu sprechen. Ansonsten war der 60-Jährige Realist genug, die Leistung seiner Elf richtig einzuordnen. „Sehr viel Aufwand und wenigstens ein bisschen Ertrag“, kommentierte er das Remis. „Wir spielen und spielen, haben aber keine Waffe. Uns fehlt einfach der letzte Druck in die Box“, bemängelte er die Offensivdarbietung. Auch bereite ihm das Stellungsspiel in der Abwehr Sorgen, so Erkenbrecher. „Und wenn dann auch noch mit Nils Winter, Kevin Ingreso und Christopher Kramer in jedem Mannschaftsteil eine Stammkraft fehlt, wird es noch enger“, bedauerte Erkenbrecher das Fehlen eines offensichtlich sehr wichtigen Trios.

Klub Kosova – VfR 1:1 (0:1)

VfR Neumünster: Kassler (46. Pöhls) - Aboagye, Schäfke (46. Olthoff), Bönigk, Nagel (46. Eleftheriadis) - Schlagelambers - Laabus (46. Zekjiri), Kuscu, Alioua - Bento (46. Harrer, 83. Tenno), Abou-Khalil.

Schiedsrichter: Yilmaz (FC Türkiye Wilhelmsburg). – Zuschauer: 65. – Tore: 0:1 Schlagelambers (12.), 1:1 Sinani (80., FE).


Es hatte mit Regionalliga herzlich wenig zu tun, was Rasensport gestern an der Wilhelmsburger Dratelnstraße bot. Passend zur Quälerei fiel das einzige Gästetor aus einem Gewühl heraus: Nach einem Nagel-Freistoß stocherte Felix Schlagelambers die Kugel über die Linie (12.). Dieser frühe Treffer verlieh dem VfR jedoch keine Sicherheit. Erschwerend kam hinzu, dass ein leichtes Chancenplus nicht wirklich genutzt wurde. Nach dem Wechsel trat keine Besserung ein, die Hamburger bewegten sich weiter auf einem Level – und schafften sogar noch das 1:1. Nach einem „Gemeinschaftsfoul“ von Jakob Olthoff und Schlagelambers an Amir Ukshini verwandelte Kosovas Vulnet Sinani den fälligen Strafstoß. VfR-Coach Erkenbrecher hatte dementsprechend am Auftritt seiner Truppe zu knabbern. „Das war sehr, sehr enttäuschend, was wir geboten haben. Es war ein schlechtes Spiel, in dem phasenweise kein Zwei-Klassen-Unterschied erkennbar war. Wir können nicht zufrieden sein“, konstatierte er. Zu allem Überfluss schied VfR-Angreifer Michél Harrer mit einer Zerrung aus.

 

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