"Sommer" 2011 : Verlierer

 'Der April fing gut an  ...', Sascha Gross  serviert im Beach Club.
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"Der April fing gut an ...", Sascha Gross serviert im Beach Club.

Die Verlierer des nassen Sommers 2011 in Flensburg.

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19. September 2011, 10:55 Uhr

"Wir hatten gut zu tun", nickt Sascha Gross, der beim Beach Club des Shamrock im Service tätig ist. Gleichwohl muss seine Chefin Ute Johannsen trotz verbesserter Infrastruktur und der regen- und kältefesten Ausstattung mit Schirmen und Heizstrahlern starke Umsatzrückgänge hinnehmen. "Wir sind eben auf Gedeih und Verderb vom Wetter abhängig." Da halfen auch die "Cocktail-Happy-Hour" und der "Erdbeerprosecco" nur wenig. "Immerhin", zeigt sich Ute Johannsen versöhnlich, "hatten wir ein gutes Feedback unserer Gäste."

Als klarer Verlierer sieht sich das Café Kritz. Obwohl jede Sonnenstunde ausgenutzt wurde, schätzt Alexander Winkler, dass "wir definitiv die Verlierer des Sommers sind." Das Café, das eine große Außenterrasse auf dem Nordermarkt unterhält, machte durch den verregneten Sommer einen "viel schlechteren Umsatz" als im letzten Sommer.

"Bis Mitte Juli lief es noch normal", lamentiert der Geschäftsführer des Café Central, Klaus Nyga, "danach gab es gravierende Rückgänge." Vor allem die rund 120 Außenplätze, welche in einem "normalen Sommer" 70 Prozent des Geschäfts ausmachen, waren diese Saison nur an "drei bis vier Tagen überhaupt ausgebucht. Ergo: "Wir sind leichte Verlierer."

"Den schlechtesten Sommer seit zehn Jahren" erlebte Reinhard Skall vom Campingplatz Schwennau in Glücksburg und sieht sich somit als klaren Verlierer des Sommers. Die meisten Gäste, die "eigentlich bis zu zwei Wochen bleiben, sind meist schon nach ein bis zwei Tagen wieder abgereist." Auch bei den Brötchenverkäufen machte sich der "trostlose" Sommer bemerkbar: "Anstatt der üblichen 400 Brötchen waren es dieses Jahr oft nur 20 Stück."

"Zu kalt und zu nass" war der Sommer auch für das East-Side an der Hafenspitze. Das Café verzeichnete Umsatzeinbussen von etwa 50 Prozent, so die Eigentümerin Elvira Hübner. "Die ganze Saison war total mies." Nur durch den großen Kreis an Stammgästen ließ sich die Feuchtigkeit des Sommers kompensieren.

Wenig zu lachen hatte auch Lilian Dettmer mit ihrem Minigolfplatz in Solitüde. "Nur der Anfang war stark", berichtet sie. In der dritten Woche der Sommerferien schon sei es bergab und danach holprig weitergegangen. "Bei anhaltenden Regenfällen haben wir nicht einmal mehr aufgemacht." Der Eisverkauf habe sich entsprechend in Grenzen gehalten.

Das bestätigt auch Petra Herzog von Eiszeit. "Wir hätten gerne einen etwas längeren Sommer gehabt", sagt die Inhaberin der zwei Filialen am Holm und Tweder Plack. Spitzenreiter waren die Sorten Joghurt-Spezial und Rhababer-Erdbeer. Auch Crêpes und Waffeln gehören zum Geschäft, das "nicht so gut lief wie letztes Jahr."

Die Stadtwerke Flensburg litten unter der Feuchtigkeit besonders wegen der Verzögerungen an diversen Baustellen. "Nur deshalb sind wir in der Angelburger Straße und am Südermarkt in Verzug", klagt Sprecher Peer Holdensen. Und so kalt sei es nun wieder auch nicht gewesen, dass die Menschen mitten im Sommer die Heizungen hochgedreht hätten. "Bis auf wenige, extrem wärmebedürftige Flensburger", wie Holdensen weiß.

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