Itzehoe : Vergebliches Warten auf "Südspange"

Potthofstraße an der Ecke zur Hafenstraße: Hier soll laut Planung die 'Südspange' entlang führen. Foto: ruff
Potthofstraße an der Ecke zur Hafenstraße: Hier soll laut Planung die "Südspange" entlang führen. Foto: ruff

Priorität für andere Vorhaben: Keine Gelder für großes Verkehrsprojekt im Haushalt 2012 vorgesehen

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29. Dezember 2011, 08:36 Uhr

itzehoe | Alsen: sehr wichtig. Die Schulen: auch sehr wichtig. Die "Südspange": nicht so wichtig. Zumindest nicht wichtig genug für eine Berücksichtigung im Haushalt. Zunächst waren im Etat 2012 Mittel für die Planung und den Bau der Umgehungsstraße vorgesehen, doch im Zuge der Beratungen wurden sie gestrichen. In den Autohäusern entlang der geplanten Trasse herrscht Enttäuschung.

Das sah im Sommer noch anders aus. Nach vielen Diskussionen waren die Planungen für eine "kleine Lösung" der Südspange angeschoben worden. Diese sollte vom Leuenkamp über die Potthofstraße zur Störfischerstraße führen, dann weiter durch die Gas- bis zur Lindenstraße. Der "Masterplan Verkehr" nennt die "Südspange" als wichtiges Mittel, um den Verkehr aus der hoch belasteten Route durch Bahnhof- und Lindenstraße abzuleiten. Noch mehr Bedeutung räumt das Gutachten nur der Nordumgehung ein - doch deren Bau gilt inzwischen als nahezu ausgeschlossen, weil unfinanzierbar.

Rund vier Millionen Euro lautete die Kostenschätzung für die "Südspange Suder Marsch". Anwohner hatten gegen die Pläne protestiert und Unterschriften gesammelt (wir berichteten), jetzt hat ihnen die Finanzlage der Stadt geholfen. Zwar sind 510 000 Euro für den Ausbau der Gasstraße zwischen Voßbarg und Störfischerstraße vorgesehen, dafür tragen 350 000 Euro für Planung und Bau der restlichen "Südspange" nun das Etikett "verschoben auf 2013". Das Bauamt hatte unlängst im Bauausschuss klar gemacht, dass die Planungen bestenfalls mit halber Kraft weiter betrieben werden. Gesetzliche Anforderungen änderten sich, deshalb sei es nicht sinnvoll, mit Druck zu planen, so lange es keine Mittel für den Bau gebe, hatte Bauamtsleiterin Bettina Bühse erklärt. Und in den Erläuterungen zum Haushalt 2012, den die Ratsversammlung kurz vor Weihnachten verabschiedete, macht das Amt für Finanzen deutlich: Die Stadt hat sich bereits so viele Projekte vorgenommen, dass der Handlungsspielraum für weitere Investitionen auch in den folgenden Jahren "weiterhin sehr begrenzt" sein wird.

Schlechte Nachrichten also für die großen Betriebe an der Strecke. "Wir warten sehnlichst darauf, dass die Südspange endlich gebaut wird", sagt Ilka Eskildsen-Strohbecke vom VW- und Audi-Autohaus. Von Jahr zu Jahr werde das Unternehmen vertröstet: "Bei uns ist sie seit 1998 Thema, seitdem hier der erste Spatenstich getätigt wurde."

Und die Umgehung bleibe wichtig, zumal mit Blick auf die Planungen auch der frühere Gut-Heil-Sportplatz an der Potthofstraße gekauft worden sei. "Wir wollen das nicht als Parkplatz vor sich hindümpeln lassen", sagt Ilka Eskildsen-Strohbecke. Eine mögliche Investition in eine größere Gebrauchtwagen-Abteilung sei nicht allein von der "Südspange" abhängig - aber auch. "Das Ganze hier ist darauf angelegt, dass diese Straße endlich gebaut wird." Zwar hätten sie aus der Politik gehört, dass die Pläne für den Bau weiter bestünden. Aber die Firmen-Chefin betont: "Mit Plänen an sich können wir auch nichts anfangen."

An seit Jahrzehnten nicht gehaltene Versprechungen erinnert auch Frank Schmüser, stellvertretender Geschäftsführer des Mercedes-Autohauses Süverkrüp + Ahrendt. Mit der Aussicht auf die Umgehung sei der Betrieb an der Störfischerstraße gebaut worden. Das Problem: "Grundsätzlich ist unser momentaner Standort eher eine C-Lage als eine A-Lage."

"Gar nicht begeistert" ist Hauke Duitsmann (Peugeot und Mazda). Bei der Ansiedlung 1999 habe es geheißen: "2002 haben Sie hier eine Hauptstraße." Das immer neue Verschieben sei "schade", aber er müsse es hinnehmen: "Ich kann’s ja nicht verändern." Doch für das Autohaus ist die Lage nicht die beste: "Nach wie vor gibt es das Problem, dass einige Itzehoer immer noch nicht die Potthofstraße kennen."

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