US-Medienmogul Malone übernimmt Unitymedia

Köln (dpa) - Der US-merikanische Medienmogul John Malone nimmt einen neuen Anlauf auf dem deutschen Kabelmarkt: Sein Konzern Liberty Global kauft den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia.

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14. November 2009, 07:12 Uhr

Köln (dpa) - Der US-merikanische Medienmogul John Malone nimmt einen neuen Anlauf auf dem deutschen Kabelmarkt: Sein Konzern Liberty Global kauft den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia.
Der Preis für di Übernahme beträgt 3,5 Milliarden Euro, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten. Etwa 1,5 Milliarden Euro davon machen die Schulden von Unitymedia aus. Im ersten Halbjahr 2010 will Liberty 100 Prozent des Stammkapitals von Unitymedia mit Sitz in Köln erwerben.
Mit Unitymedia erreicht Liberty Global nach eigenen Angaben weltweit insgesamt mehr als 40 Millionen Haushalte. Der Kabelkonzern unterhält Netze in 14 Ländern, unter anderem in Europa, Japan, Chile und Australien. Hinter ihm steht der amerikanische Multimilliardär John Malone, der bereits 2002 vergeblich versucht hatte, einen Fuß auf den deutschen Markt zu bekommen. Damals wollte er der Deutschen Telekom den Großteil des Kabelnetzes abkaufen - für 5,5 Milliarden Euro. Er scheiterte damit aber am Bundeskartellamt. Auch die Unitymedia-Übernahme muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.
Regionales Angebot
Unitymedia ist der zweitgrößte Anbieter von Kabelfernsehen in Deutschland mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Vor allem mit Paketangeboten für digitales Pay-TV, Internet und Telefon ist Unitymedia in der Vergangenheit stark gewachsen und hat insgesamt 6,4 Millionen Abonnenten. Branchenführer ist Kabel Deutschland.
Im dritten Quartal 2009 steigerte Unitymedia im Kabelgeschäft den Umsatz um 3 Prozent auf 227 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 113 Millionen Euro zu. Unitymedia gehört den Finanzinvestoren BC Partners und Apollo.
Keine weiteren Käufe von Liberty auf dem deutschen Markt geplant
Unitymedia-Chef Parm Sandhu sagte, die Übernahme durch Liberty mache das Unternehmen wettbewerbsfähiger. Künftig könne Unitymedia von den Technologien und der Forschung eines internationalen Konzerns profitieren. Dies sei angesichts von globalen Wettbewerbern wie Telekom und Vodafone zunehmend wichtig.
Zu Spekulationen um einen ursprünglich noch für dieses Jahr geplanten Börsengang von Unitymedia sagte Sandhu, Unitymedia habe nie konkrete Pläne dafür geäußert, sondern lediglich verschiedene Optionen ausgelotet.
Liberty Global erwartet von dem Kauf nach Angaben von Vizepräsident Shane ONeill deutliche Kostenersparnisse. Weitere Pläne für eine Expansion auf dem deutschen Markt habe Liberty nicht. Zur Frage, ob die Kartellbehörden dieses Mal das geplante Geschäft genehmigen, wollte ONeill keine Stellung nehmen. Dieser Fall sei nicht mit dem von 2002 vergleichbar. Ein Sprecher des Bundeskartellamtes sagte, dort sei bisher keine Anmeldung zu der beabsichtigen Fusion eingegangen.

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