Optimismus pur - Wirtschaft im Norden boomt : Unter Dampf

Trotz Optimismus am Arbeitsmarkt - die Herausforderungen sind weiterhin groß, findet Bernd Ahlert.

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23. April 2008, 08:23 Uhr

Das hat es lange nicht gegeben: Unternehmer, die kein kaufmännisches Klagelied anstimmen, sondern sich in optimistischen Tönen üben. Trotz Finanzkrise und wachsender Gefahren für die Weltwirtschaft, trotz steigender Energie- und Rohstoffpreise, teurer Tarifabschlüsse sowie eines sich eintrübenden Konsumklimas glänzen die Bilanzen der norddeutschen Betriebe. Noch nicht einmal die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden Monate werden von der üblichen Skepsis und warnenden Hinweisen begleitet. Stattdessen lautet die Botschaft: Die Betriebe verdienen gut, sie investieren wieder und es werden neue Arbeitsplätze geschaffen.

Bezeichnender Weise ist der Boom derzeit in der Metall- und Elektroindustrie besonders ausgeprägt. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau freut sich besonders in den asiatischen Ländern über eine rege Nachfrage. Ein Signal dafür, dass die Abhängigkeit der klein- und mittelständisch geprägten Wirtschaft in Schleswig-Holstein von der Entwicklung auf den Weltmärkten wächst.

Umso wichtiger ist es, in der jetzige Aufschwungphase über künftige Entwicklungschancen und ökonomische Potenziale nachzudenken. Bei allem Optimismus - die Herausforderungen sind weiterhin groß. Ein geschlossenes Standortmarketing, eine noch engere Zusammenarbeit mit Hamburg, der weitere Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Ausbau von Forschung und Bildung sind existenzielle Notwendigkeiten. Aus- und Weiterbildung sind wesentliche Voraussetzung dafür, das Unternehmen qualifiziertes Personal rekrutieren und künftige Marktpotenziale ausschöpfen können. Ohne Innovationen keine Aufträge, ohne Aufträge kein Gewinn und keine Arbeit. Das kostet das (finanziell ruinierte) Land und die Unternehmen nicht nur Geld. Dabei sind vor allem Ideen gefragt - damit die Konjunktur langfristig unter Dampf bleiben kann.

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