FUSSBALL-VERBANDSLIGA : Trister November verhagelt dem ESV eine bessere Hinrunde

Fynn Gerlach (li.) spielte eine überzeugende Hinrunde und gewinnt hier das Kopfballduell gegen Rendsburgs Nico Schrum. Im 20-Jährigen sieht ESV-Trainer Stefan Mackeprang einen zukünftigen Führungsspieler.
1 von 3
Fynn Gerlach (li.) spielte eine überzeugende Hinrunde und gewinnt hier das Kopfballduell gegen Rendsburgs Nico Schrum. Im 20-Jährigen sieht ESV-Trainer Stefan Mackeprang einen zukünftigen Führungsspieler.

In der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost standen die Eckernförder bis zum Spitzenspiel beim FC Kilia Kiel ganz oben in der Tabelle. Danach gab es im November einen Rückschlag.

von
07. Januar 2015, 06:00 Uhr

Eckernförde | „Richtig ist, dass die Chance zum Aufstieg in die SH-Liga in dieser Saison so groß ist, wie lange nicht mehr.“ ESV-Trainer Stefan Mackeprang weiß also, dass seine Verbandsligafußballer nach einer guten Hinserie, die im November mit vier von 15 Punkten einen kleinen Einbruch erlitt, in der Rückserie noch alle Chancen haben. Kurios: Bisher ist die größte Stärke des ESV auch die größte Schwäche, denn die Mannschaft funktioniert oder scheitert fast immer im Kollektiv. „Wir werden mit ganz viel Power aus der Winterpause kommen, denn dann entscheidet es sich, wer am Ende oben steht“, sagt Mackeprang.

Die Hinrunde der Eckernförder, die von vielen Ligakennern vor der Spielzeit zu den Aufstiegsanwärtern dazugezählt wurden, startete zwar mit einer enttäuschenden Niederlage im Kreisderby beim Rendsburger TSV, doch danach kannte die Formkurve nur noch eine Richtung: nach oben! Eine Wahnsinnsserie von zwölf ungeschlagenen Spielen in Folge katapultierte die Elf vom Bystedtredder in die Spitzengruppe. Zeitweise grüßten die Weiß-Schwarzen sogar von der Tabellenspitze. „Leider haben wir uns einen ziemlich doofen November geleistet“, sagt Mackeprang. Mit einem 0:4 beim Aufstiegskonkurrenten FC Kilia Kiel ging der Monat denkbar schlecht los, und die Tabellenführung wurde abgegeben. Dabei wird der ESV-Trainer nicht müde darauf zu verweisen, dass seine Elf beim FC Kilia über weite Strecken nicht die schlechtere Mannschaft war. Es folgte ein Auftritt gegen den bis dato schwachen VfR Laboe, den Mackeprang nach der Heimniederlage mit folgenden Worten beschrieb: „Gegen so einen Gegner mit 0:3 zu verlieren, ist einfach traurig!“ In diesem Spiel waren es einmal mehr schwere individuelle Fehler, die den Eckernfördern zu schaffen machten. Zwar gab es beim MTV Dänischenhagen danach einen 4:0-Sieg, aber der November wurde mit einem 3:3 gegen den RTSV und einem 2:3 in Klausdorf auch nicht gut abgeschlossen. „Der November hat uns geballt Punkte gekostet“, sagt Mackeprang.

Eine möglich Begründung wäre das Fehlen von Franz Philip Tuchen in der Innenverteidigung neben Routinier Henning Ströh. „Die beiden haben ein Bollwerk geboten, an dem sich der Rest der Mannschaft anlehnen konnte“, weiß Mackeprang um die Bedeutung seiner beiden zentralen Verteidiger. Doch den Leistungsabfall will Mackeprang nicht nur an einer fehlenden Person festmachen. „Wir haben zum Ende der Hinserie einfach Fehler gemacht, die wir davor nicht gemacht haben oder unsere Gegner nicht bestraft haben“, sagt der Coach.

Mit 39 Toren haben die Eckernförder die wenigsten der Top-Vier der Tabelle erzielt. Zwar enttäuschten Garbit Temirgan oder Victor Buchholz keineswegs, und auch Youngster Jenrik Christensen nutzte seine Einsatzzeiten um seine Verbandsligatauglichkeit unter Beweis zu stellen, doch ein richtiger Knipser ist weiterhin nicht in Sicht. Sollte der ESV tatsächlich aufsteigen, sieht Mackeprang hier noch Handlungsbedarf. Doch ganz so verbissen nimmt es der Coach mit dem Ziel Aufstieg sowieso nicht. „Für die Entwicklung einiger meiner Spieler wäre auch ein weiteres Jahr in der Verbandsliga nicht schlecht, aber wir nehmen den Aufstieg natürlich gerne mit, wenn es denn klappen sollte.“ Eine Ausnahmemannschaft ist diese Saison nicht in Sicht und auch Tabellenführer FC Kilia Kiel wird, da ist sich Mackeprang sicher, noch seine Schwächephase bekommen.

Da dem ESV Typen wie Henning Ströh oder Arne Meggers, die mit ihrer Erfahrung auch mal eine Mannschaft mitreißen können, wenn es nicht läuft, langsam ausgehen, formt Mackeprang neue Führungsspieler. „Ich sehe da unter anderem Fynn Gerlach, Sönke Matthiesen, Daniel Kranz oder Franz Philip Tuchen auf einem guten Weg.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen