Musik erklärt: : Trio Chausson spielt Tripelkonzert von Beethoven

Das Trio Chausson führt in Flensburg ein eher selten gespieltes Werk von Beethoven auf.
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Das Trio Chausson führt in Flensburg ein eher selten gespieltes Werk von Beethoven auf.

Solisten aus Frankreich geben dem 8. Sinfoniekonzert des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchesters eine besondere Note.

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24. Juni 2014, 17:45 Uhr

Das 8. Sinfoniekonzert des Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester gestaltet das Trio Chausson maßgeblich mit. Am Mittwoch, 25. Juni, ist ab 19.30 Uhr Musik von Ludwig van Beethoven (1770-1827) und Sergej Rachmaninov (1873-1943) zu hören. Die Musiker spielen im Deutschen Haus Flensburg Beethovens Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur, op. 56 („Tripelkonzert“) und die Sinfonie Nr. 2 e-Moll, op. 27. Solisten sind Philippe Talec, Violine, Antoine Landowski, Violoncello, Boris de Larochelambert, Klavier - das Trio Chausson. Dirigent: Stefan Sanderling.

Zur Musik:

Man begegnet ihm im Spielplan eher selten, Ludwig van Beethovens Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester, denn es ist ein seltenes Beispiel dieser Gattung. Hervorgegangen aus der barocken Form des Concerto grosso (in dem eine Gruppe solistischer Instrumente dem Orchester gegenübergestellt wird), verlangt das so genannte „Tripelkonzert“ von den drei Solisten große kammermusikalische Erfahrung – die Lust, aufeinander zu hören und interpretatorisch an einem Strang zu ziehen. Denn Beethoven experimentiert hier mit den vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten des Wechselspiels und das musikalische Dialogisieren zwischen den einzelnen Spielern, bzw. Solist und Kleingruppe oder Solist und Orchester macht den Reiz dieses Werks aus. Dem ersten, heroischen (Allegro-) Satz folgen das langsame, an die beliebte Tanzform Menuett erinnernde Largo und das „Rondo auf polnische Art“: eine temperamentvolle Polonaise. Tänze, zwar nicht zum Tanzen komponiert, aber Unterhaltungsmusik vom Feinsten.

Das „Trio Chausson“, das Philippe Talec, (Violine), Antoine Landowski (Violoncello) und Boris de Larochelambert (Klavier) im Jahr 2001 in Frankreich gründeten, zeichnet sich durch besondere Vielseitigkeit aus: die Musiker erhielten Preise für die beste Interpretation französischer wie auch zeitgenössischer Werke. Sie treten in den größten europäischen Konzertsälen sowie der Carnegie Hall in New York auf und haben CDs mit Klaviertrios u. a. von Chaminade, Debussy, Lenormand, Chausson, Ravel, Chopin, Liszt und Schubert eingespielt.

Der Dirigent Stefan Sanderling leitete (nach Stationen in Potsdam, Mainz und beim Orchestre de Bretagne) zuletzt in den USA die Orchester von Florida (2003-2012), Toledo (seit 2003) und Chautauqua (2008- 2011). Er fühlt sich besonders im klassisch-romantischen Kernrepertoire zuhause und sagt von sich: „Ich bin in gewissem Sinne ein sehr deutscher Dirigent. Nicht nur wegen des Repertoires, das ich dirigiere, sondern vor allen Dingen, wie ich damit umgehe. Ich muss Musik interpretieren können, das heißt, ich muss Musik dirigieren, die interpretierbar ist, die Gehalt hat und eine Meinung.“

„Voll von Schönheit und ehrlicher Melancholie“ (Peter Korfmacher), spiegelt die zweite Sinfonie von Sergej Rachmaninov die Musiksprache ihrer Entstehungszeit im Jahr 1908, komponiert während eines 6-jährigen Aufenthaltes des Komponisten in Dresden. Rachmaninov, der als pianistisches Wunderkind hauptsächlich durch sein 2. und 3. Klavierkonzert bleibenden Ruhm erlangt hat, wächst hier aus dem Schatten seines Vorbildes Tschaikowsky heraus, bleibt aber der letzte große, russische Romantiker, ein Meister lyrischer „Szenen“: großformatige melodische Einfälle, die schwelgerisch-strömend wachsen, sich verzweigen oder verdichten; ein brillanter Instrumentator und Klangfarbenzauberer.

Weitere Konzerttermine:

26. Juni in Husum, 20 Uhr, NordseeCongressCentrum

27. Juni in Rendsburg, 19.30 Uhr, Stadttheater

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