Kreis Segeberg : Tödlicher Unfall - war Absicht im Spiel?

Kerzen, Blumen, ein Fußball, Trikots der SG Padenstedt: Am Tag nach dem Unfall trauerten viele Menschen an der Unfallstelle um den 19-Jährigen. Foto: Krüger
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Kerzen, Blumen, ein Fußball, Trikots der SG Padenstedt: Am Tag nach dem Unfall trauerten viele Menschen an der Unfallstelle um den 19-Jährigen. Foto: Krüger

Mysteriöser Unfall bei Brokenlande: Ein 19-Jähriger wurde tödlich verletzt, zwei weitere Menschen schwer. Die Polizei rätselt jetzt über die Ursache des Unfalls.

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13. Dezember 2011, 12:23 Uhr

Großenaspe | Ein schlimmes Bild bot sich den Einsatzkräften, die in der Nacht zu Sonnabend auf die ehemalige Bundesstraße 4 (jetzt L319) bei Brokenlande (Kreis Segeberg) gerufen wurden: Ein völlig zertrümmerter Mazda-Pkw, dem fast das gesamte Heck fehlte, lag neben der Fahrbahn, rund 30 Meter entfernt stand ein im Frontbereich demolierter Audi-Kombi an einem Brückengeländer. Vier Verletzte hatten sich selbst aus den Trümmern befreien können oder wurden von Ersthelfern herausgeholt.
Bei einem 19-Jährigen musste der Notarzt Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten. Der junge Mann verstarb aber trotz aller Bemühungen wenig später im Krankenhaus. Seine 41-jährige Mutter, die den Wagen fuhr, und sein 19 Jahre alter Freund kamen mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Der Audi-Fahrer (40) wurde nur leicht verletzt. Der Alkoholtest ergab 1,61 Promille. Eine Blutprobe wurde angeordnet. Wie Polizeisprecherin Sandra Rüder am Montag mitteilte, ist er der Lebensgefährte der Mazda-Fahrerin.
Unfallhergang wirft Fragen auf
Offenbar hatte der schwere Audi den vorausfahrenden Mazda bei hohem Tempo in Fahrtrichtung Neumünster von hinten gerammt und ihn buchstäblich von der Straße katapultiert. Er prallte gegen einen Baum und blieb dann im Straßengraben auf der Fahrerseite liegen. Auch der Wagen des Unfallverursachers geriet außer Kontrolle, schleuderte noch rund 20 Meter über die Gegenfahrbahn und krachte in das Geländer. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort, forderte schließlich die Unterstützung eines Kfz-Sachverständigen und sogar die Kriminalpolizei an.
Offenbar gibt es Zweifel, dass es sich um einen normalen, tragischen Verkehrsunfall handelt. Möglicherweise wurde die Kollision sogar mutwillig herbeigeführt: Eine Polizeisprecherin erklärte, es werde "ein persönlicher Hintergrund" bei dem Geschehen geprüft.
Am Sonntag legten viele Menschen Blumen, Kerzen, Fotos und sogar Trikots der SG Padenstedt an der Unfallstelle ab. Dort soll das junge Opfer Fußball gespielt haben.

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