zur Navigation springen

Tim Rogge frustriert: „Werden gegebenenfalls Konsequenzen ziehen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Schwacher Gettorfer SC unterliegt dem Osterrönfelder TSV mit 1:2

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2015 | 11:59 Uhr

Vom Glanz der Vorsaison ist bei den Verbandsliga-Fußballern des Gettorfer SC momentan kaum noch etwas zu sehen. Die Mannschaft von Trainer Tim Rogge zeigte im Heimspiel gegen den Osterrönfelder TSV eine ganz schwache Leistung und musste sich mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Es war bereits die vierte Niederlage im achten Spiel.

Helle Aufregung bereits vor dem Anpfiff: Die Gettorfer waren auf einen Irrtum des Verbands gestoßen, der statt Christof Gogolok fälschlicherweise Nils Zimmer gesperrt hatte. Was also tun? Gogolok spielen lassen und hinterher eine Strafe kassieren, oder den offiziell gesperrten Zimmer aufs Feld schicken? Die Gettorfer ließen die Telefondrähte glühen, doch der Schiedsrichter der Partie vom vergangenen Wochenende in Büdelsdorf, Christian Pudschun (Niebüll) war nicht erreichbar. Es hieß, er sei Reiten. Im Endeffekt einigte man sich darauf, dass Zimmer mit einem entsprechenden Vermerk spielte. „Und das ausgerechnet jetzt, wo wir wegen der Urlauber ohnehin so wenig Spieler dabei haben“, ärgerte sich Rogge.

Die Partie an sich bot den Zuschauern nur wenig Erbauendes. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie bisher hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben waren. Passend dazu fiel dann auch der erste Treffer: Gettorfs Yannick Wolf wollte Mitspieler Lars Empen mit einem Außenristpass im Strafraum bedienen. Osterrönfelds Dominik Sopha versuchte zu klären, erwischte bei seinem Rettungsversuch den Ball allerdings so unglücklich, dass sich dieser über Torhüter Marcel Eiper hinweg zur Führung der Gastgeber ins eigene Tornetz senkte.

„Bis dahin stand meine Mannschaft eigentlich angesichts unserer Spiele zuvor sehr sicher“, bemerkt OTSV-Coach Olaf Lehmann. „Wir hatten kaum Gettorfer Chancen zugelassen. Nach diesem Tor setzte aber wieder die Verunsicherung bei uns ein. Umso bemerkenswerter fand ich dann, wie meine Mannschaft danach agiert und das Spiel schließlich noch gedreht hat“, lobt Lehmann.

Nachdem Nils Zimmer kurz nach der Führung mit einem Distanzschuss noch knapp zu hoch gezielt hatte, gab es auf der Gegenseite einen Eckball. Diesen trat Max Lehmann hoch in den Strafraum, wo Lennart Gravert patzte und Harald Giese den Ball zum Ausgleich in die Gettorfer Maschen drosch. Dieser Treffer gab den Gästen die nötige Sicherheit zurück.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Niveau der Partie nicht besser. Die Gäste standen nun sicherer. Sie überließen den Gettorfern zwar die größeren Spielanteile, hatten dabei jedoch kaum wirklich brenzlige Situationen zu überstehen. Im Gegenteil: In der 69. Minute bestrafte erneut der überragende Giese einen Gettorfer Abwehrschnitzer mit dem 2:1 für die Gäste. In der Schlussphase schickte Rogge mit Jan Ole Gravert noch einen kopfballstarken Spieler ins Sturmzentrum, doch der Ausgleich sollte nicht mehr fallen.

Olaf Lehmann: „Seit ich OTSV-Trainer bin, haben wir hier noch nie gewonnen. Unsere spezielle Taktik mit Raumdeckung und Manndeckung gegen Yannick Wolf hat vor allem nach der Pause gut geklappt. Im Vorjahr ist uns nach der Niederlage hier eine positive Serie gelungen – vielleicht klappt es diesmal auch nach dem Sieg. Ein Sonderlob möchte ich an Harald Giese aussprechen – und das nicht nur wegen seiner beiden Tore. Er hat permanent die Aufmerksamkeit mehrerer Gettorfer auf sich gezogen und gegen Ende auch auf der Zehn geglänzt.“

Nach dem Abpfiff war der sonst so besonnene GSC-Coach Tim Rogge außer sich: „Von Verbandsliga-Niveau waren wir heute weit entfernt. Die Osterrönfelder haben uns mit ganz einfachen Mitteln den Schneid abgekauft. Das kommt aber auch nicht überraschend, wenn man keinen Konkurrenzkampf im Team hat, weil einige Spieler lieber in Urlaub fahren oder ihnen private Termine wichtiger sind. Das ist ein Grundsatzproblem bei uns. Es sollte sich jeder wirklich hinterfragen, ob er dass mit sich vereinbaren und es den Mannschaftskollegen in dieser Form zumuten kann. Ein Nils Zimmer musste spielen, obwohl er noch Schmerzen hatte. So geht es nicht! Christian (Co-Trainer Schössler; die Red.) und ich werden uns das nicht mehr lange ansehen und gegebenenfalls die Konsequenzen ziehen müssen!“ Welche dies sein könnten, ließ Rogge, der sich nach dem Schlusspfiff – und noch vor dem Gang in die Kabine – mit Schössler zu einem intensiven Gedankenaustausch auf eine Bank setzte, offen.

Gettorfer SC: Schmidt – Hansen, Wick (82. Beerbaum), L. Gravert (76. J.O. Gravert), N. Wolf – L. Empen, Zimmer, T. Gravert, Y. Wolf, Mues (61. Assenheimer) - Bröckler
OTSV: Eiper – Reimer, Sopha, Mosebach, Piotraschke (62. Weihmann) – Sierks (66. Horstmann), Hüttmann, Lehmann, Rathjen (78. Bannow), Müller - Giese
SR: Möller (Schleswig) – Z.: 70
Tore: 1:0 Sopha (25.; ET), 1:1 , 1:2 Giese (41., 69.)


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen