Tennisplätze nicht ans LUV

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Bauausschuss lehnt neuen Standort ab

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29. Dezember 2011, 08:42 Uhr

Brunsbüttel | Eineinhalb Jahre lang war der Tennis-Club Blau-Weiß Brunsbüttel mit der Stadtverwaltung und der Politik im Gespräch, um ein neues Gelände für den Bau einer Tennisanlage mit vier Spielfeldern ausfindig zu machen. Mit einer Fläche links neben dem LUV waren sich Stadt und Club einig geworden. Jetzt kam die große Enttäuschung für die 240 Mitglieder des Clubs: Der Bauausschuss der Schleusenstadt hat sich gegen die Fläche am LUV ausgesprochen. Mit sechs gegen zwei Stimmen bei einer Enthaltung.

Hintergrund für die Standortsuche: Der Tennisclub kann seine bisherigen Plätze an der Schillerstraße nur noch in der Saison 2012 nutzen. Danach ist Schluss. Denn die dortige Fläche wird für Küstenschutzmaßnahmen und die Schleusenerweiterung in Anspruch genommen. Die Stadt hatte sechs verschiedene Alternativstandorte geprüft, von denen sich fünf als zu klein oder als zu teuer erwiesen. Das Gelände neben dem LUV blieb als einziges offen.

In der Sitzung des Bauausschusses hatte Ratsherr Michael Kunkowski (CDU) Bedenken wegen einer möglichen Lärmbelästigung für den Sauna- und Ruhebereich des Brunsbütteler Freizeitbads. Die lässt der Vorsitzende des Tennisclubs, Thorsten Wolf aus Dingen, nicht gelten. Ein Lärmgutachten habe diese Belastung nicht bestätigt. Im Übrigen wisse die Politik seit langem, dass die Zeit drängt. Wenn es bis zur Saison 2013 keine Tennisanlage mehr gäbe, sei die Jugendarbeit im Verein gefährdet, gab Wolf zu bedenken.

Auch Bürgermeister Stefan Mohrdieck bezeichnete die Wunschfläche der Tennisspieler als "vorteilhaft für die Stadt". Sie erfordere den geringsten Erschließungsaufwand und würde die Freizeitangebote im Umfeld des LUV stärker bündeln als bisher. Dagegen sah Kunkowski zwei andere Flächen in der Nähe als besser geeignet an.

Aus Sicht von Bauamtsleiterin Astrid Gasse sind die Argumente nicht nachvollziehbar. Ein noch aufzustellender Bebauungsplan sei gerade dazu da, alle Belange abzuwägen. Bürgermeister Mohrdieck wies darauf hin, dass die von Michael Kunkowski angeregten Alternativflächen nicht genutzt werden könnten, da sie dem Ponyclub zur Verfügung gestellt worden seien. "Der wäre sonst in seinem Bestand gefährdet", warnte der Verwaltungschef.

Rolf Fischer brachte alternativ ein Gelände an der Olof-Palme-Allee ins Gespräch, das er für "am besten geeignet" hielt. Hiergegen sprechen allerdings hohe Kosten angesichts des zu tätigenden Grunderwerbs. Jens Wilke (FDP) lehnte den Platz neben dem LUV als neuen Standort entschieden ab. "Da passt er einfach nicht hin. Das ist für mich der falscheste Platz." Wilhelm Malerius gab der Fläche neben dem Sportplatz und Kiosk unter Einbeziehung des Wagner-Geländes den Vorzug. "Das wäre optimal", warb er für diesen Standort. Andere Standorte lehnte Michael Kunkowski mit der Begründung ab: "Keine intensiven Sportarten in der Nähe von Wohnbebauung!"

Nach der mehrheitlichen Ablehnung durch den Bauausschuss ist es nun Sache der Verwaltung, die genannten Alternativstandorte für die Ansiedlung des Tennisclubs zu prüfen und die Kosten für die Stadt zu ermitteln.

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