Tankstelle in Ascheffel schließt zum Jahresende

Maren und Heino Schmidt wollen sich künftig ganz auf den Werkstattbetrieb konzentrieren.
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Maren und Heino Schmidt wollen sich künftig ganz auf den Werkstattbetrieb konzentrieren.

Familienbetrieb endet nach mehr als 55 Jahren / Heino Schmidt wird den Werkstattbetrieb an der Landesstraße 265 erweitern

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27. Dezember 2011, 07:22 Uhr

Ascheffel | An manchen Tagen zählten Maren und Heino Schmidt 300 bis 400 Kunden, die an ihren Zapfsäulen an der Landesstraße 265 halt machten. Die meisten nur, um neuen Sprit für das Fahrzeug aufzutanken, viele deckten sich aber in dem Shop auch mit Getränken, Lebensmitteln oder Zeitschriften ein. Zum Jahresende schließen die Schmidts die Tankstelle, die Erwin Schmidt am 15. Dezember 1955 in Ascheffel eröffnete. "Damals noch mit nur einer Zapfsäule", erinnert sich sein Sohn Heino. Einen kleinen Ausstellungsraum mit Mofas und Fahrrädern habe es in den Anfangsjahren auch noch gegeben. In den folgenden Jahren wurde Stück für Stück erweitert.

Seit gut 20 Jahren ist Heino Schmidt Eigentümer der Ascheffeler Tankstelle, zu der seit rund drei Jahrzehnten auch eine Kfz-Werkstatt gehört.

Preislich hätte die HEM-Tankstelle immer ein bis zwei Cent unter dem Angebot der großen Tankstellen gelegen. "Abends kam das Fax mit den Preisen für den nächsten Tag", berichtet Maren Schmidt. "Sollte das Benzin aber an der günstigsten Tankstelle in Rendsburg noch billiger sein, durften wir nach Rücksprache gleichziehen."

25 Jahre lang belieferte das Unternehmen Aral die Tankstelle mit Kraftstoff, es folgten Texaco, Dea und zuletzt Anton Willer (HEM). Der auslaufende Vertrag wird nun nicht mehr verlängert. "Das Tankstellengeschäft ist nicht rentabel genug", sagt Heino Schmidt. Geradeeinmal zwei Cent brutto würden sie pro verkauftem Liter verdienen. Hinzu komme, dass bei Kartenzahlung, und das käme an der Tankstelle oft vor, 0,6 Prozent der Summe steuerlich abgeführt wird. Auch die Einnahmen durch den Shop seien sehr rückläufig, nachdem viele Geschäfte noch bis spät abends geöffnet haben.

"Wir sind aber auch ein bisschen froh, dass dieses Kapitel beendet ist", sagt das Ehepaar. Wochenende hätten sie nicht gekannt, immer musste die Kasse der Tankstelle besetzt sein. Bis vor einem Jahr saß noch Heinos Mutter Käthe an der Kasse, zuletzt Schwiegersohn Lars Thurow. Zusätzlich Personal einzustellen, um die Tankstelle von 6 bis 21 Uhr geöffnet zu haben, das sei nicht drin.

Die Werkstatt wird Kraftfahrzeugmechanikermeister Heino Schmidt (55) und sein Sohn Fabian weiter betreiben. Dass die Werkstatt floriert, sagt der Chef, sei sicherlich der Tankstelle zu verdanken. Denn viele Kunden seien erst beim Tanken auf den zusätzlichen Service aufmerksam geworden.

Nach dem Abbau der Zapfsäulen wird der frühere Tankstellenshop zu einem neuen Büro mit Warteraum für die Werkstattkunden umgebaut. "Die Überdachung der Tankstelle bleibt", sagt Schmidt und es entstehe mehr Platz für Fahrzeuge.

Viele Kunden bedauern das Aus der Ascheffeler Tankstelle. Eine von ihnen ist Elfriede Greve. "Ich tanke fast jede Woche hier", sagt die Ascheffelerin , "es ist wirklich schade, dass die Tankstelle bald nicht mehr da ist."

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