„Svenomenal“– Dollnick rettet OTSV

Der Moment der Erlösung: Sven Dollnick (Mitte) nach seinem verwandelten Strafstoß zum 1:1 gegen Eckernförde.
Der Moment der Erlösung: Sven Dollnick (Mitte) nach seinem verwandelten Strafstoß zum 1:1 gegen Eckernförde.

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Osterrönfelds Kapitän verwandelt in der Schlussphase gegen den Eckernförder SV einen Strafstoß zum 1:1

von
11. Mai 2015, 13:23 Uhr

Jubel auf der einen, Ernüchterung auf der anderen Seite, dabei endete das Kreisderby der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost zwischen dem Osterrönfelder TSV und dem Eckernförder SV mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden.

Es war die Chronologie der Partie, die eine gegensätzliche Stimmungslage in den beiden Lagern hervorrief. Zwei Minuten vor dem Abpfiff hatte Osterrönfelds Kapitän Sven Dollnick einen berechtigten Foulelfmeter verwandelt und damit für das Remis gesorgt. „Unterm Strich geht das Ergebnis wahrscheinlich so in Ordnung“, sagte Eckernfördes Trainer Stefan Mackeprang. Allerdings versah er seine Analyse mit dem Zusatz: „Aus dem Spiel heraus hätte der OTSV meiner Meinung nach kein Tor mehr gemacht.“ Sein Trainerpendant formulierte seine Sicht des Spiels mit weitaus freundlicherer Miene. „Ich denke der Punkt für uns ist absolut verdient. Zwar hatte der ESV in der ersten Halbzeit ein spielerisches Übergewicht, aber eine echte Torchance habe ich für sie nicht gesehen“, sagte Olaf Lehmann. Damit lag er zwar richtig, dennoch schienen die Gäste vor der Pause dichter an einem Treffer zu sein als der OTSV, wobei die Ostseestädter Glück hatten, dass Schiedsrichter Tobias Drever (Schlutup) einen Treffer von Jannik Sierks wegen Abseits zurückpfiff. Die besseren Aktionen nach vorne allerdings hatte der ESV. Immer wieder bekamen die Osterrönfelder im Mittelfeld keinen Zugriff auf ihre Gegenspieler. Aus eben so einer Situation resultierte schließlich auch der Führungstreffer. Aalen Ajdarpasic traf das Leder aus gut 25 Metern ganz genau, so dass es im Winkel des OTSV-Gehäuses einschlug (43.). „Wir hatten einige Ballgewinne im Mittelfeld, aber haben den Ball auch durch einfache Fehler schnell wieder hergeschenkt“, kritisierte Lehmann die Leistung vor der Pause.

Das wurde nach dem Seitenwechsel besser, auch weil die Platzherren nun mehr investierten und in vorderster Front gefährlicher wurden. Das Experiment mit A-Jugend-Spieler Albert Krause als Stoßstürmer und Florian Kuklinski auf dem Flügel war wenig erfolgreich. Nach dem Positionstausch der beiden sah das anders aus, auch wenn echte Tormöglichkeiten des OTSV weiterhin Mangelware blieben. Aber die Gastgeber verlegten das Spiel mehr und mehr in die ESV-Hälfte, was Mackeprang überhaupt nicht gefiel: „Das war eine gute erst Halbzeit von uns. Ich hätte mir gewünscht, dass wir daran anknüpfen können, aber das ist uns nicht gelungen.“ Und so haderte er mit der Schlussphase, weil Ajdarpasic zum tragischen Mann des Spiels wurde. Nach einem Ballverlust wollte er seinen Fehler wieder gutmachen. „Das geht dann häufig schief“, erklärte der ESV-Coach. Ajdarpasic holte Sören Müller im Anschluss von den Beinen und das Dilemma für den ESV nahm in Person von Dollnick seinen Lauf. Der viel umjubelte OTSV-Torschütez rief bei Mackeprang Ärger hervor: „Er hätte gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Zunächst beging er ein grobes Foul und hat danach den Schiedsrichter pausenlos beleidigt und beschimpft.“

Olaf Lehmann sah das naturgemäß etwas anders. Er war froh, dass sein Kapitän nach überstandener Verletzung wieder dabei war und beim Strafstoß die Verantwortung übernahm.


OTSV: Schlunke – Mosebach, Lobeck, Sopha, Reimer – Müller, M. Lehmann – Kuklinski (76. Schäfer), Dollnick, Sierks (90. Arndt) – Krause (62. Piotraschke).

ESV: Steingräber – Ajdarpasic, Ströh, Tuchen, Smit – Medler, Matthiesen (82. Kranz), Gerlach – Buchholz (32. Ewert), Temirgan, Lietz.

Schiedsrichter: Drever (TSV Schlutup).

Zuschauer: 120.

Tore: 0:1 Ajdarpasic (43.), 1:1 Dollnick (88., FE).

Gelb-Rote Karte: Aijdarpasic (87., wdh. Foul).

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen