Bauauschuss : Strittiger B-Plan unter Dach und Fach

Bauherren hätten sich im Vorfeld mehr Mitsprache gewünscht

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17. Dezember 2011, 08:06 Uhr

Niebüll | Irgendwann musste eine Entscheidung fallen. Für den Bebauungsplan 52 fiel diese am Donnerstagabend in der Stadtvertretung. Der Plan hatte nicht nur dem Fachausschuss einiges Kopfzerbrechen bereitet. Auch in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung nahmen kritische Nachfragen dazu breiten Raum ein.

Im September hatte die Stadtvertretung den Beschluss wieder aufgehoben. Architekten hatten die Höhenfestsetzung von acht Metern kritisiert, die dann auf neun Meter geändert wurde. Für vier Grundstücke bleibt es bei acht Metern. Das wurde von Interessenten ebenso kritisiert wie die Festlegung der Dachform. Nachgefragt wurde auch die Beteiligung der Bauherren im Vorfeld. "Die Planungshoheit liegt bei der Stadt", erklärte dazu Bauausschuss-Vorsitzender Karl-Heinz Schmidt (SPD). Der Bauausschuss habe sich ganz intensiv mit den Dachformen auseinandergesetzt: "Es ging darum, ein harmonisches Straßenbild zu schaffen", fügte Bauamtsleiter Udo Schmäschke hinzu.

Die kritischen Anmerkungen der Bürger blieben nicht ohne Widerhall in der Stadtvertretung. "Man kann es nicht allen Recht machen. Dieses Spannungsfeld muss man als Kommunalpolitiker aushalten können", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Detlef Jüch. Über verschiedene Aussagen, die sie auf ihre Nachfragen hin erhielt, zeigte sich Bettina Fritzsche (CDU)verärgert. Sie plädierte für möglichst geringe Einschränkungen der Bauherren. Auch Mogens Lesch (SSW) wollte die Erfordernisse des Stadtbildes nicht so hoch ansetzen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Uerschels erkannte ebenfalls, das man nie allen gerecht werden könne. Auf die lange Bearbeitungszeit und die damit verbundene Möglichkeit, Stellung zu nehmen, wies Grünen-Fraktionsvorsitzende Gesche Zimmermann hin.

Mit keinem Bebauungsplan habe man sich so viel Arbeit gemacht, stellte Schmidt fest. "Fehler, die wir in anderen Baugebieten gemacht haben, wollten wir hier vermeiden." Bedauernd stellte der Bauausschuss-Vorsitzende fest, dass ausgerechnet beim letzten B-Plan, den er durch die Beratung bringe, so viel Diskussion entstanden sei. "Das befriedigt mich nicht."

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