Schulreformen : Streit zwischen Stegner und Gymnasiallehrern

Ralf Stegner möchte die Schulreformen der schwarz-gelben Regierung wieder rückgängig machen - und stößt damit auf herbe Kritik. Schüler seien keine "Versuchskaninchen".

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27. Dezember 2011, 08:00 Uhr

Kiel | Die Ankündigung von SPD-Fraktionschef Ralf Stegner, im Falle eines Wahlsieges wesentliche Schulreformen der schwarz-gelben Koalition rückgängig zu machen, wird vom Verband der Gymnasiallehrer scharf kritisiert. Deren Vorsitzender Helmut Siegmon sprach am Wochenende von stillosem Umgang mit Schülern, Eltern und Lehrern. Die dürften nicht erneut als Versuchskaninchen missbraucht werden, sondern wünschten sich vielmehr "endlich einen Schulfrieden, der sei nen Namen auch verdient". Stegner hatte gesagt, nach der Wahl die Schlechterstellung der Gemeinschaftsschulen gegenüber den Gymnasien zu beenden. "Für Stegner mag es ein erster Schritt sein, die Gemeinschaftsschule durch die Hintertür flächendeckend in Schleswig-Holstein zu etablieren, aber für die Mehrheit der Bevölkerung wäre es der erste Schritt in ein bildungspolitisches Abseits!", so Siegmon. Auch die Interessenvertretung der Lehrkräfte (IVL), die Nachfolgeorganisation des Realschul lehrerverbandes, schloss sich der Kritik an und erinnerte Stegner daran, dass der SPD Spitzenkandidat Torsten Albig eine erneute Schulstrukturdebatte abgelehnt habe.

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