Kein Parteiausschluss : Stegner enttäuscht über Sarrazin-Entscheidung

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner legte Sarrazin einen Wechsel in eine rechtspopulistische Partei nahe. Foto: dpa
Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner legte Sarrazin einen Wechsel in eine rechtspopulistische Partei nahe. Foto: dpa

Kein Parteiausschluss: Der umstrittene Thilo Sarrazin darf weiterhin Mitglied der SPD bleiben. Eine Entscheidung, mit der Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner nicht glücklich ist.

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23. April 2011, 10:20 Uhr

Die gütliche Einigung sei zu akzeptieren, sagte Stegner auf "Spiegel Online". "Inakzeptabel bleibt der intolerante Stuss, mit dem Thilo Sarrazin neuerdings reichlich Geld verdient." Nicht jede von Sarrazins Problembeschreibungen in der Integrationspolitik möge ganz falsch sein. "Aber seine kruden Erbtheorien und der bildungs- wie integrationspolitische Nonsens haben mit sozialdemokratischen Überzeugungen nichts gemein".
Das SPD-Präsidiumsmitglied legte Sarrazin einen Wechsel in eine rechtspopulistische Partei nahe. Sarrazin dürfe die SPD "für diesen Mumpitz" nicht in Anspruch nehmen. "Ansonsten sollte er lieber in eine Partei wechseln, in der man solche Parolen teilt." Die Thesen passten "eher zu Rechtspopulisten".
Am Donnerstagabend war das zweite Ausschlussverfahren des wegen seiner Integrationsthesen heftig umstrittenen Ex-Bundesbankers mit einer gütlichen Einigung zu Ende gegangen. Alle vier Antragsteller - darunter die Bundes-SPD - hatten ihre Ausschlussanträge auf Basis einer Erklärung von Sarrazin zurückgezogen.
(dpa, shz)

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