Stadt investiert: Bauhof neu, Gerätehaus größer

Soll neuem Bauhof weichen: das alte Möllersche Haus
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Soll neuem Bauhof weichen: das alte Möllersche Haus

Stadt wagt zusätzliche Verschuldung um eine Million, um Situation an der Süderstraße zu entschärfen

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29. Dezember 2011, 08:43 Uhr

Marne | Lichtblick für die Beschäftigten des Marner Bauhofs und die 65 Aktiven der Marner Feuerwehr: Die Stadt will im nächsten Jahr eine Million Euro in die Hand nehmen und die Situation des Bauhofs und des unmittelbar daneben stehenden Gerätehauses grundlegend verbessern. Finanziert werden soll das Vorhaben über einen Haushaltsnachtrag - neue Schulden.

Schon in der Jahresversammlung der Wehr im Januar hatte Bürgermeister Hans-Joachim Möller (Foto) erklärt: "Wir wissen, dass wir das jetzt nicht länger vertagen können, sondern handeln müssen."

Das ist den Verantwortlichen seit langem klar. Der Bauhof braucht zeitgemäße Räume. Als er vor Jahren das erste Mal den Bauhof gesehen habe, sei er erschrocken gewesen, "welche Verhältnisse dort herrschten", so Möller. Verbessert hat sich dort seitdem nichts - die Stadt ist kontinuierlich klamm.

Zusätzlichen Druck baute die Feuerwehrunfallkasse auf, die der Stadt bereits im vorigen Jahr eine Mängelliste schrieb, die es zu beseitigen gilt. Kritisiert wurde die Enge im 1983 in Betrieb genommenen Gerätehaus. Der Mannschaftsraum entspricht nicht der rechnerischen Sollstärke von 76 Feuerwehrleuten, Werkstatt und Atemschutzwerkstatt sind zu klein. Und die Besatzung des Rüstwagens kann erst auf dem Hof einsteigen, weil in der Halle Platz fehlt.

Nachdem ein Neubau des Feuerwehrhauses an den Kosten scheitert, wird eine etwa 400 000 Euro teure Erweiterung geplant - abgestimmt mit der Unfallkasse. Der Bürgermeister sieht hier Verhandlungsspielraum.

Der Ausbau des Gerätehauses nach hinten geht zu Lasten des Bauhofs. Doch der soll ein neues Betriebsgebäude bekommen. Dafür wird das alte Möllersche Haus abgerissen. Der Neubau ist mit 600 000 Euro veranschlagt.

Im Vorfeld der Entscheidung in der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter waren alternative Standorte ins Auge gefasst worden. Doch dann hätte die jetzt geschätzte Summe nicht ausgereicht. Ein Mietobjekt für den Bauhof scheiterte an den Kosten von 5000 Euro Nettomiete im Monat. In der Stadtvertretung herrschte ohnehin der Wunsch vor, Bauhof und Feuerwehr auf dem jetzigen Gelände an der Süderstraße zu belassen.

Im nächsten Jahr soll es losgehen. Bis dahin hofft die Stadt, für die Feuerwehr eine niedrige Risikoeinstufung zu erreichen, damit sich die Sollstärke reduziert und der Gruppenraum nicht so überdimensioniert ausfallen muss. Ein Antrag beim Kreis läuft bereits.

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