Von Monument Valleybis Framed : Spiele-Apps: Knobeln für unterwegs

Stilvoll und kurzweilig: „Framed“ entführt den Spieler in eine interaktive Comic-Welt.
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Stilvoll und kurzweilig: „Framed“ entführt den Spieler in eine interaktive Comic-Welt.

Spiele auf Smartphone und Tablet sind preiswert und häufig ebenso gehaltvoll wie Videospiele für PS4 & Co. Ein Überblick über die zehn besten Spiele-Apps des vergangenen Jahres.

shz.de von
12. Januar 2015, 07:00 Uhr

Monument Valley

(ustwo, iOS/Android, 3,59 Euro)

Dieses wunderschöne und prämierte Knobelspiel betört selbst die seriösesten Nichtspieler: Das Mädchen Ida läuft über Treppen, Leitern und Wege, um magische Plattformen zu erreichen. Der Spieler bahnt Ida den Weg, indem er Zahnräder bewegt und Totempfähle versetzt, was die Gestalt der Welten verändert und sogar die physikalischen Gesetze außer Kraft setzt. Die Welten erinnern an die perspektivischen Rätselbilder des M. C. Escher, dazu erklingt wundervoll ruhige Musik. Allzu schwierig sind die Knobeleien nie, nach anderthalb Stunden hat man alle Level gemeistert – und lädt für bescheidene 1,79 Euro neun Extra-Level aufs Gerät, die einen dezent höheren Schwierigkeitsgrad aufweisen, doch nicht minder betörend wirken.

Quetzalcoatl

(1 Button, iOS, 1,79 Euro)

In der mittelamerikanischen Mythologie nimmt die Schlange Quetzalcoatl einen Ehrenplatz ein, in diesem Knobelspiel taucht die Schlange in großer Zahl auf, um den Spielers Hirn auf Trab zu bringen. In den hübsch gestalteten 2D-Leveln geht es darum, farbige Schlangen in farblich passende Kästchen zu manövrieren. Da der Platz begrenzt ist, muss man mitunter lange überlegen und herumprobieren, bis man die Schlangen zum richtigen Platz lotst. Die Bedienung ist unkompliziert, im Falle einer Denkblockade helfen Tipps, die man indes für 0,89 Euro für je zehn Stück kaufen muss.

XCOM: Enemy Within

(2K Games, iOS/Android, 13,99/6,83 Euro)

Zu den aufwändigst produzierten Spielen im AppStore zählte im vergangenen Jahr „XCOM: Enemy Unknown“. 2014 erschien der Nachfolger, dessen Spielweise unverändert bleibt: Aliens greifen die Erde an, der Spieler steuert Elitesoldaten in den Kampf, die jene dreisten Scheusale am Vormarsch hindern. Das geschieht, indem man seine Leute rundenweise auf einem 3D-Schlachtfeld bewegt und ihnen Anweisungen erteilt, welche gegnerischen Einheiten sie ins Visier nehmen, ob sie Schützenhilfe leisten oder zu einer gewagten Position vorrücken müssen. Die Steuerung auf dem iPad gelingt so gut wie auf der Konsole oder dem PC, der Spieler hat zig Möglichkeiten, seinen Krieg zu führen. Selbst im mittleren Schwierigkeitsgrad ist das anspruchsvoll, denn die Feinde agieren clever, und im Gegensatz zum Vorgänger nutzen sie programmierte Menschen als Spione und erschweren dem Spieler die Abwehr. Motivierend wirken die Entwicklung der eigenen Elite-Kämpfer, die vielfältigen Taktik-Optionen und die fabelhaft gestalteten Kulissen. Allerdings braucht man viel Platz auf dem Gerät, denn die App belegt stolze zwei Gigabyte Speicherplatz.

Sleep Attack TD

(Ayopa Games, iOS/Android, 2,69/2,43 Euro)

Dieses Turmverteidigungsspiel ist insofern ungewöhnlich, als sich die Türme auf einer virtuellen Scheibe drehen lassen, so dass der Spieler via Drehung den Verlauf der Straßen ändert. In der Mitte liegt ein schnarchender Alien, den die heranströmenden Kreaturen nicht erreichen dürfen. Mit Schuss- und Verlangsamungstürmen hemmt der Spieler den Vormarsch der Feinde, und er dreht die Scheibe manchmal ein Stückchen weiter, damit ein spärlich bebauter Abschnitt schnell ein paar hilfreiche Türme erhält. Dieses Prinzip bringt Pepp ins Gameplay, das sich sonst an den Standards des Genres orientiert. Das Design sieht gut aus, allerdings fehlt es an Abwechslung in den Kulissen. Freunde des Tower-Defense-Genres sollten sich das Spiel dennoch nicht entgehen lassen.

Dwelp

(Alex Blaj, iOS, 1,79 Euro)

Das kleine und sparsam inszenierte Knobelspiel verlangt kluge Denker: Auf verschieden großen Spielflächen befinden sich Felder in Reihen, Spalten und Diagonalen. Auf einigen der Felder liegen farbige Steine, die der Spieler miteinander verbinden muss. Nur gleichfarbige Steine lasen sich kombinieren, indem der Spieler etwa einen blauen Stein neben einen anderen blauen Stein legt. Jetzt sind beide untrennbar miteinander verbunden und lassen sich nur noch als Einheit an eine andere Stelle legen. Der Spielwitz ergibt sich also aus der begrenzten Menge an Feldern und den wachsenden Gebilden, so dass man bald drei, vier oder mehr Züge im Voraus planen muss. 100 Leel sind vorhanden, das genügt für viele beschwingende Knobelstunden.

Tales from the Borderlands

(Telltale Games, iOS/Android, 4,49/3,98 Euro)

Der furiose erste Teil der neuen Adventure-Serie von Telltale Games („The Walking Dead“) versetzt den Spieler in eine raue Science-Fiction-Welt, in der die Trickbetrügerin Fiona und der karrieristische Manager Rhys auf dem Planeten Pandora aufeinander treffen. Pandora wird von Glücksrittern, Banditen und Kopfgeldjägern bevölkert, seine Rohstoffe beutet ein Konzern aus – zum Unmut der Bewohner. Als die Übergabe eines Geldkoffers schief geht, müssen sich Fiona und Rhys miteinander arrangieren – zur Freude des Spielers. Denn die (englischen) Dialoge sind spritzig inszeniert und erstklassig vertont, das Comic-förmige Design sieht klasse aus, und die wenigen Action-Szenen lassen sich ohne Mühe meistern. Wie in den letzten Telltale-Adventures lässt sich der Handlungsverlauf beeinflussen. Die folgenden vier Teile sollen im 2-Monats-Abstand erscheinen, was die Geduld von Adventure-Connaisseuren auf eine harte Probe stellt.

Etter Drei

(Etter Studio, iOS, 3,59 Euro)

In diesem Rätsel- und Geschicklichkeitsspiel schichtet der Spieler weiße Würfel derart übereinander, dass sie einen Turm bilden, dessen Spitze bis zu einem blinkenden Punkt reicht. Im späteren Spielverlauf werden die Aufgaben variiert, zusätzliche Hindernisse tauchen auf, und einige der 48 Level lassen sich nicht lösen, wenn man nicht die Hilfe eines zweiten Spielers anfordert. Das gelingt leicht über das Menü, binnen kurzer Zeit ist der zweite Spieler via Online-Anbindung verbunden und hilft beim Hin- und Hertragen von Kugeln, Klötzen und Pyramiden. Das Herumtragen findet in einem 3D-Raum statt, der allerdings nicht in der Tiefe begehbar ist. Die frische Design, die pfiffigen Aufgaben und das originelle Gameplay verdienen die Aufmerksamkeit jedes Freunds kunstvoller Rätsel-Unterhaltung.

Framed

(Loveshack, iOS, 4,49 Euro)

Äußerst stilvoll wirkt das Knobel-Adventure „Framed“, das der Spieler als interaktiven Comic erlebt. Es geht darum, Bilder zu vertauschen, um den Handlungsverlauf zu verändern, so dass ein flüchtender Räuber den Ausgang erreicht oder eine Agentin unbeschadet aus einem Gebäude entkommen kann. Die lebendige Inszenierung, die passende Jazz-Musik und die cleveren Aufgaben machen die Tüftelei zu einer anregenden und kurzweiligen Angelegenheit. Das Vertauschen der Bilder gelingt kinderleicht, wobei die Handlung während der Vertauscherei weiter läuft, was selbst das Scheitern zu einem vergnüglichen Erlebnis macht.

Crossy Road

(Hipster Whale, iOS, gratis)

Dieses witzige Spielchen erinnert an den Spielhallen-Klassiker Frogger: Der Spieler muss hier eine Figur über verkehrsreiche Straßen und Eisenbahnlinien lotsen, wobei er Lücken im Verkehr ausnutzt. Ein unachtsamer Schritt, und der Durchgang ist beendet, gleiches gilt fürs lange Warten, denn nach fünf Sekunden kommt ein Adler und verschleppt die Spielfigur. Motivierend sind die verschiedenen Design-Sets, die sich an den Figuren orientieren, die man im Spielverlauf frei schaltet. So sieht man eine Eiswelt, wenn der Pinguin über die Straße watschelt, beim Gespenst wird die Landschaft nur von Autoscheinwerfern erhellt. Das Retro-Design sieht pfiffig aus, die In-App-Käufe kann man leicht ignorieren.

Space Age: A cosmic adventure

(Big Bucket Software, iOS, 3,59 Euro)

In diesem Story-lastigen Adventure steuert der Spieler einen Astronauten und seine Crew über einen fremden Planeten. Die Handlung ist in 14 Level mit fortlaufender Handlung gegliedert. Der Spieler sammelt Gegenstände ein und bestreitet Dialoge der Crew-Mitglieder. Spätestens nach den ersten 30 Spielminuten wird der dramatische Gehalt des Adventures deutlich: Hier geht es um menschliche Bedürfnisse, um Liebe, Hoffnung und Tatendrang. Während sich die Story entwickelt, muss der Spieler immer wieder kleine Aufgaben erledigen, etwa einem bedrohlichen Labyrinth entkommen. Mitunter muss man gar kämpfen, wobei die Hauptfigur sterben kann. In diesem Fall startet man am letzten Zwischenspeicherpunkt, der nie weit entfernt ist. Während die Rätsel einfach gestaltet sind, braucht man in den Action-Sequenzen Geduld und einen Sinn fürs Timing.

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