Spenden machen Kinder glücklich

Große Freude: Anna Haentjens (Mitte) und andere Elmshorner brachten die Spenden nach Stargard. Foto: ly
Große Freude: Anna Haentjens (Mitte) und andere Elmshorner brachten die Spenden nach Stargard. Foto: ly

Bescherung im Kinderheim: Elmshorner Delegation bringt Spielzeug, Kleidung und andere Geschenke in die Partnerstadt Stargard

Avatar_shz von
27. Dezember 2011, 07:27 Uhr

Stargard | Zwei kleine Jungen rennen auf Anders Petersen zu und springen ihn an. Er hebt die Dreijährigen hoch, sie klammern sich um seinen Hals und drücken ihn fest als wäre er ihr Papa, den sie seit Wochen nicht gesehen haben. Andere Kinder strahlen, als sie von Anna Haentjens Plätzchen in der Tüte bekommen als wäre es das schönste Spielzeug der Welt.

Alle Jahre wieder, seit 2004, fährt Peter Jepsen mit einer städtischen Delegation in die Elmshorner Partnerstadt Stargard in Polen, um das Kinderheim Nummer 2 zu besuchen und um Spenden zu überreichen.

Das mehrgeschossige alte Gebäude an einer belebten Hauptstraße beherbergt 70 Kinder im Alter von null bis 17, behindert und nicht-behindert. Zu ihren Eltern können sie nicht, mancher Papa und manche Mama sind drogenabhängig, verwahrlost oder leben nicht mehr. Das Schicksal hat die Kinder in frühen Jahren schwer getroffen. Die Elmshorner bringen vor Weihnachten ein bisschen Abwechslung in den Alltag und kleine Geschenke, zum Beispiel die Plätzchen. Zwei Tage haben die Elmshorner Kulturpreisträgerin Anna Haentjens, Lieve Groß-van Haecke und Christiane Wehrmann gebacken. Knapp 100 gefüllte Tüten kamen zusammen.

Die Kinderzimmer sind schlicht, sauber und meistens mit alten Möbeln eingerichtet. Es gibt viele Kuscheltiere. Die Elmshorner Delegation wandert von Abteilung zu Abteilung, von Etage zu Etage. Zuvor hatten sie einen Sprinter und einen größeren Mercedes voller Spenden gemeinsam mit Mitarbeiterinnen des Kinderheimes entladen. Es ist alles dabei: viel Spielzeug, Kleidung, Fernseher und auch Gehhilfen. Eine Helferin humpelt beim Auspacken und geht ohne Stock. Als eine Kollegin die Krücken sieht, reicht sie diese ihrer kranken Kollegin. Sie lachen. Der erste Gehtest mit Krücke gelingt. In diesem Jahr haben die Elmshorner wieder reichlich gespendet und Rathaus-Mitarbeiter Peter Jepsen freut sich genauso wie die Stargarder.

Erstmalig bei der Tour mit dabei ist Bernd Schaarschmidt vom Jugendhaus Krückaupark. Bereits seit 2004 ist Elmshorns Kulturpreisträger Anders Petersen dabei. Warum? Er antwortet: "Es ist mein persönlicher Beitrag, etwas Gutes zu tun. Ich sammle das ganze Jahr über immer wieder für diese Tour, zum Beispiel in den Schulen meiner Kinder." Anna Haentjens fährt seit vier Jahren mit - und natürlich singt sie Weihnachtslieder. Auch in diesem Jahr ist sie sozusagen Elmshorns singende Botschafterin. Die Kinder schweigen, wenn sie singt und lauschen, obwohl sie die deutsche Sprache nicht verstehen.

Nach dem Besuch im Kinderheim fährt die Dolmetscherin mit den Elmshornern zu einer Wohngemeinschaft mit zwölf Kindern. Aneta Wieczorkowska macht ihren Job bereits seit 2004 ehrenamtlich für die Elmshorner und für das Kinderheim. In der Wohngemeinschaft, mitten in einer Wohnsiedlung mit mehrgeschossigen Häusern, leben seit einigen Monaten ehemalige Kinder des Kinderheimes Nummer 2. Sie sind zwischen sechs und 17 Jahre alt. Immer ist ein Erzieher anwesend, Tag und Nacht. Die Wohnung ist neu eingerichtet. Es gibt eine sehr große Wohnküche und in jedem Zimmer sind nur zwei Kinder untergebracht. Fast jeder hat sein eigenes Reich.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen