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Extreme Sailing Series in Hamburg : Spektakulärer Segelwettbewerb in der Hafencity – wenn Wind kommt

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Aus der Onlineredaktion

Noch bis Sonntag gastiert die Extreme Sailing Series inmitten der Hamburger Hafencity. GC32-Renn-Katamarane treten zu Regatten an.

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erstellt am 11.Aug.2017 | 18:19 Uhr

Hamburg | Zwölf Meter lang, 975 Kilogramm leicht und mehr als 60 Stundenkilometer schnell – das sind die GC32-Renn-Katamarane, die in der Extreme Sailing Series um den Titel kämpfen. Dieses Wochenende donnern die Teams aus Neuseeland, Dänemark, Österreich, Oman, Groß Britanien und der Schweiz wieder durch den Hamburger Hafen. Theoretisch. Denn zum Segeln braucht es nicht nur Wasser, wovon es in Hamburg zweifelsohne mehr als genug gibt, sondern vor allem Wind. Und der fehlte zum Auftakt.

Seit Donnerstag gastiert die Rennserie, schon zum dritten Mal, in der Hansestadt. Am Fuße des Unileverhauses haben die Veranstalter fast einen kompletten Freizeitpark aufgebaut. Essen, trinken, shoppen, mit dem Geländewagen einen Parcours meistern – das alles können Besucher erleben. Eigentlich sollen sie dies aber vor allem zwischen den einzelnen Segelregatten, die direkt vor der Promenade stattfinden, nutzen. Zum schwachwindigen Auftakt der Veranstaltung aber war das Rahmenprogramm für einige Besucher jedoch das unterhaltsamere Angebot.

Doch es gibt Hoffnung. Besonders für das Wochenende sagen die Meteorologen mehr Wind voraus. Und dass sich auf dem Wasser dann spektakuläre Szenen abspielen können, haben die Hamburgerinnen und Hamburger in den vergangenen Jahren bereits erlebt.

So funktioniert ein GC32-Renn-Katamaran:

(Foto: Lloyd Images)

Bei ausreichend Wind heben sich die High-Tech-Rennboote aus dem Wasser. Dazu verfügen sie über so genannte Foils, Tragflächen unter den Booten, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit so viel Auftrieb erzeugen, dass sich die Boote aus dem Wasser heben. Sie scheinen zu fliegen. Dann minimiert sich der Widerstand der Boote im Wasser und die Geschwindigkeit steigt rasant an. Besonders im engen Hamburger Hafen kann das für zum Teil atemberaubende Manöver sorgen.

Auf den Segelbooten der Extreme Sailing Series ist auch bei wenig Wind viel Kraft gefragt. Die Athleten müssen dabei den Überblick durch das Strippen-Gewirr behalten.

Auf den Segelbooten der Extreme Sailing Series ist auch bei wenig Wind viel Kraft gefragt. Die Athleten müssen dabei den Überblick durch das Strippen-Gewirr behalten.

Foto: Soenke Schierer
 

Auf den Wind haben die Organisatoren keinen Einfluss. Sehr wohl aber auf eine Problematik, die alle Regattasegler kennen. Die Rennen finden oft weit draußen auf dem freien Wasser statt. Dort, wo der Wind zum Segeln besser ist. Wo Zuschauer aber nicht hinkommen. Auch deshalb fristet der Segelsport in Deutschland noch immer ein Nischendasein. Und das trotz einiger auch international erfolgreicher Athleten.

In Hamburg aber gelingt es den Veranstaltern die Problematik der Distanz zum Publikum zu umschiffen. Die Rennen finden so nah am Ufer statt, dass die Zuschauer das Gefühl bekommen, mittendrin zu sein. Man hört das „Surren“ der Boote, wenn sie Speed bekommen, das „Knarzen“ des Tauwerks, wenn es unter Last steht und das Geschrei der Crews, wenn um die beste Ausgangsposition am Start gerungen wird.

 

Zusammen mit dem Rahmenprogramm und dem kostenlosen Eintritt sorgte die Nähe zu den Seglern in den vergangenen Jahren stets für hohe Besucherzahlen. Zehntausende säumten die Promenaden und ließen sich von einem Sport begeistern, den sie sonst wohl höchsten während der olympischen Spiele wahrnehmen.

Noch bis einschließlich Sonntag kämpfen die Segelprofis im „Stadion“ vor dem Kreuzfahrtterminal in der Hafencity um Punkte. Bleibt nur zu hoffen, dass Aiolos ein Einsehen hat und den Seglern noch die eine oder andere Böe zum Abheben spendiert.

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