Eutin : Sparclub ums Geld gebracht

Schock für 25 Eutiner Sparer - Betrüger geständig

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17. Dezember 2011, 08:19 Uhr

eutin | Für die 25 Mitglieder eines Sparclubs in einer Eutiner Kneipe ist die Vorfreude auf Weihnachten schwer getrübt. Statt eines gemütlichen Grünkohlessens mussten sie am Auszahlungstag den Schock verdauen, dass ihr Geld weg ist - veruntreut vom Wirtspaar, das im Laufe des Jahres insgesamt 12 749 Euro aus den Sparbeträgen für seine Zwecke abzweigte.

Nach OHA-Informationen unterschrieb der Mann gestern bei einem Eutiner Notar eine urkundliche Schuldanerkenntnis. Er verpflichtete sich gegenüber dem betrogenen Sparclub, gut sechs Jahre lang mit monatlichen Zahlungen über 200 Euro den finanziellen Schaden inklusive Verzinsung wieder gut zu machen. Anderenfalls haben seine 25 Gläubiger sofort vollstreckbare Rechtstitel gegen ihn in der Hand.

Auf dieses Verfahren verständigten sich alle Sparer, nachdem sie zu Monatsbeginn plötzlich in ihrem Stammlokal mit leeren Händen da standen. Eigentlich hätten sie dort am 3. Dezember beim Grünkohl ihr eingezahltes Geld erhalten sollen, doch das Ehepaar, das die mittlerweile geschlossene Gaststätte führte, sagte kurzfristig den Termin ab.

"Da wurde ich hellhörig und wollte mir sofort das Kassenbuch zeigen lassen. Darauf hat der Mann gleich die Veruntreuung zugegeben", berichtete Peter H. (52), einer der Geschädigten, dem OHA auf Anfrage.

Er informierte mit einem zweiten Sparer alle Betroffenen über die Sachlage. Diese Telefonate seien alles andere als leicht gewesen, weil viele die Sparraten für Anschaffungen, Weihnachtsgeschenke oder Extrawünsche fest eingeplant hatten. Peter H.: "Eine Frau wollte ihrem Enkel ein Handy schenken, ein Mann wollte damit seinen Zahnersatz finanzieren, ein anderer sich einen Kaminofen leisten. Den musste er jetzt abbestellen."

Bei aller Verbitterung über den Betrug hätten die Sparer aber eingesehen, dass ihnen nur eine Chance bleibe, jemals wieder an ihr Geld zu kommen: Sie müssten dem in einem festen Arbeitsverhältnis stehenden Sünder die Chance geben, in kleinen Raten aus seinem Lohn die Schadenssumme zu begleichen. "Das Ganze ist natürlich eine Riesensauerei. Aber wir gehen mit dem Mann den Weg der Sühne. Die erste Rate ist schon da", sagt Peter H.

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