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Aufgeschlüsselt nach Gemeinden : So hoch ist die Hundesteuer im Kreis Schleswig-Flensburg

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Zwischen null und 132 Euro im Jahr. Bei der Hundesteuer gilt das Prinzip: arme Gemeinde, hohe Hundesteuer.

„Bei einem Blick auf die Tabelle könnte man wirklich meinen, Sieverstedt sei eine Hunde-unfreundliche Gemeinde“,  gibt Bürgermeister Finn Petersen zu. Dann erklärt er aber sofort, dass die Gemeindevertretung gar keine andere Möglichkeit hatte. „Die Kommunalaufsicht  hat uns  wegen unsere finanziellen Schwierigkeiten die Daumenschrauben angesetzt.“ Das bedeutet, dass Sieverstedt aufgefordert wurde, seine eigenen Möglichkeiten, selbst Geld in die Gemeindekasse zu bringen, auszuschöpfen. Anderenfalls, so die Ansage, gibt es keine Fehlbedarfszuweisung.  Und deshalb kassiert die Gemeinde Sieverstedt für jeden angemeldeten Hund 120 Euro Steuern. In dieser Beziehung ist Sieverstedt eines der teuersten Pflaster  im Kreisgebiet. Finn Petersen nimmt es mit Galgenhumor: „Die Zeit der guten Taten ist endgültig vorbei, für die Bürger und auch für mich gibt es zurzeit nicht viel zu lachen.“

Petersen, selbst kein Hundehalter, ist in der unangenehmen Situation allerdings nicht allein. Die Nachbarn in Oeversee sowie Janneby, die Stadt Kappeln, Süderhackstedt, Holt und viele anderen verlangen mehr als 100 Euro pro Hund. Unangefochtener Spitzenreiter ist die Stadt Glücksburg, die ihre Bürger mit 132 Euro für den ersten und 165 Euro für den zweiten Hund im Haushalt zur Kasse bittet.

Besonders teuer für Hundehalter: Glücksburg.
Besonders teuer für Hundehalter: Glücksburg. Foto: Imago/Westend61
 

Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine Abgabe, der keine bestimmte Leistung gegenübersteht, sondern zu Deckung aller kommunalen Aufgaben erhoben wird. Die häufig gehörte Forderung, mit dem Geld müssten eigentlich die Straßen und Gehwege von Hundekot gereinigt werden, hat keine Grundlage.

Während die Bürgermeister in Sieverstedt, Oeversee, Janneby und Glücksburg den Einwohnern immer wieder erklären müssen, warum sie so viel für ihre geliebten Vierbeiner zahlen müssen, ist Jörg Meier in einer ganz anderen Situation. Der Bürgermeister von Jagel kann sich an die letzte Erhöhung der Steuer überhaupt nicht erinnern: „Ich habe seit 20 Jahren einen Hund – und der Satz hat sich seitdem nicht verändert.“  Gerade einmal zwölf Euro zahlen die Jageler für den ersten Hund, der zweite schlägt mit 18 Euro zu Buche – billiger geht es im Kreis Schleswig-Flensburg nicht. Der Grund dafür ist die finanzielle Situation der Gemeinde. „Wir sind nicht reich, haben aber immerhin keine Schulden, sagt Meier. „Warum sollten wir Steuern erhöhen?“

Auch in der 140-Einwohner-Gemeinde Nottfeld im Amt Süderbrarup liegt der Steuersatz bei zwölf Euro. Für Bürgermeister Rainer Grünert gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung: „Wir haben kein Versammlungshaus, keine Straßenbeleuchtung und keine befestigten Gehwege. Und so lange die Menschen damit zufrieden sind, müssen wir auch keine Steuern erhöhen.“ Die Gemeindevertretung werde die Hundesteuersatzung in ihrer Dezember-Sitzung zwar noch einmal auf den Tisch bekommen, Grünert glaubt aber nicht daran, dass über eine Erhöhung diskutiert wird.

Ob die Lage so bleibt, kann der Bürgermeister allerdings nicht vorhersagen. „Das Dorf verändert sich – und wenn die Bürger künftig Licht wollen, müssen wir das auch bezahlen.“ Dann könnten auch Steuererhöhungen ein Thema werden. 

In Klappholz (Amt Südangeln) hatte die Gemeinde die Steuern Anfang 2014 auf Druck der Kommunalaufsicht  von 80 auf 110 Euro heraufgesetzt. Jetzt ist das Steueraufkommen gut – und die Gemeinde dreht die Steuer wieder auf 80 Euro zurück – gegen den Willen das Amtes, das zur Vorsicht mahnte.

Glückliches Thumby. Hier gibt es 2016 keine Hundesteuer mehr.
Glückliches Thumby. Hier gibt es 2016 keine Hundesteuer mehr. Foto: Imago/Imagebroker

Noch einen Schritt weiter geht die Gemeinde Thumby in Schwansen. In der vergangenen Woche machte die Gemeindevertretung Nägel mit Köpfen und beschloss einstimmig, mit Beginn des nächsten Jahres komplett auf die Hundesteuer zu verzichten. Grund war das Geld. Die 82 Hunde spülten bei einem Steuersatz von 15 Euro pro Kopf gerade einmal 1230 pro Jahr in die Kasse. Für Bürgermeisterin Ulrike von Bargen zu wenig: „Das steht in keinem Verhältnis zum Verwaltungsaufwand.“

Thumby verzichtet künftig auf Hundesteuer – und die Straßenbeleuchtung bleibt den Bürgern trotzdem erhalten.


Die Hundesteuersätze in der Stadt Flensburg und im Kreis Schleswig-Flensburg

(1. Zahl: Steuer für ersten Hund, 2. Zahl: Steuer für zweiten Hund, 3. Zahl: Anzahl der Hunde)

FLENSBURG 132 180 ~ 3800

AMT SCHAFFLUND

Böxlund 13 26 15

Großenwiehe 110 130 240

Holt 120 150 23

Hörup 13 26 72

Jardelund 24 36 50

Lindewitt 45 90 208

Medelby 108 120 70

Meyn 50 80 71

Nordhackstedt 65 100 56

Osterby 110 126 53

Schafflund 60 90 216

Wallsbüll 40 80 107

Weesby 40 58 64

AMT EGGEBEK

Eggebek 78 102 k.A. 

Janneby 120 168 k.A.

Jerrishoe 60 90 k.A.

Jörl 72 90 k.A.

Langstedt 87 123 k.A.

Sollerup 72 102 k.A.

Süderhackstedt 120 168 k.A.

Wanderup 60 102 k.A.

AMT ARENSHARDE

Bollingstedt 100 200 150

Ellingstedt 100 200 108

Hollingstedt 100 200 85

Hüsby 100 200 42

Jübek 90 180 189

Lürschau 100 200 133

Schuby 70 140 202

Silberstedt 100 200 179

Treia 100 200 110

AMT KROPP-STAPELHOLM

Alt Bennebek 50 70 46

Bergenhusen 50 80 68

Börm 40 60 107

Dörpstedt 24 40 106

Erfde 36 48 159

Groß Rheide 60 60 125

Klein Bennebek 50 50 107

Klein Rheide 30 60 49

Kropp 100 160 443

Meggerdorf 50 75 78

Norderstapel 36 48 77

Süderstapel 50 70 78

Tetenhusen 40 60 85

Tielen 36 48 23

Wohlde 36 48 60

AMT HADDEBY

Borgwedel 30,60 45,96 98

Busdorf 54 72 197

Dannewerk 30 40 130

Fahrdorf 51 61,20 218

Geltorf 30,72 46,08 46

Jagel 12 18 128

Lottorf 75 45 46

Selk 25 35 124

SCHLESWIG 110 160 ~1000

AMT SÜDANGELN

Böklund 50 70 115

Brodersby 25 50 52

Goltoft 40 45 16

Idstedt 60 90 132

Havetoft 80 120 91

Neuberend 110 140 94

Klappholz 110 140 68

Nübel 30 45 135

Schaalby 75 112,5 132

Stolk 60 90 87

Struxdorf 35 70 76

Süderfahrenstedt 100 150 50

Taarstedt 95 142 90

Tolk 100 140 77

Twedt 75 112,5 60

Uelsby 35 95 63

AMT OEVERSEE

Tarp 70 100 k.A.

Sieverstedt 120 120 k.A.

Oeversee 120 120 k.A.

AMT HÜRUP

Ausacker 20 40 88

Freienwill 50 65 120

Großsolt 40 60 261

Hürup 40 50 421

Husby 60 80 248

Maasbüll 40 50 470

Tastrup 40 60 198

HANDEWITT 40 80 959

HARRISLEE 48 78 ~600

AMT MITTELANGELN

Mittelangeln 80 100 498

Schnarup - Thumby 80 90 69

Sörup 50 70 398

GLÜCKSBURG 132 165 ~400

AMT LANGBALLIG

Dollerup 30 45 88

Grundhof 50 65 68

Langballig 45 65 128

Munkbrarup 60 90 77

Ringsberg 30 45 61

Wees 60 90 172

Westerholz 30 45 79

AMT GELTINGER BUCHT

Ahneby 75 112,50 23

Esgrus 50 100 83

Gelting 90 90 229

Hasselberg 90 90 100

Kronsgaard 30 60 20

Maasholm 45 80 68

Nieby 20 30 15

Niesgrau 75 112,50 74

Pommerby 25 50 15

Rabel 60 80 56

Rabenholz 40 60 25

Stangheck 40 50 27

Steinberg 75 105 90

Steinbergkirche 75 105 224

Sterup 75 112,50 126

Stoltebüll 20 30 91

AMT SÜDERBRARUP

Böel 30 60 100

Boren 30 40 133

Brebel 30 36 48

Dollrottfeld 25 40 37

Loit 65 65 22

Mohrkirch 30 36 97

Norderbrarup 30 40 60

Nottfeld 12 16 12

Rügge 24 28 31

Saustrup 30 40 22

Scheggerott 24 32 54

Steinfeld 110 110 56

Süderbrarup 90 100 296

Ulsnis 40 60 66

Wagersrott 65 65 27

KAPPELN 120 192 651

AMT KAPPELN LAND

Arnis 36 48 20

Grödersby 36 48 18

Oersberg 36 48 37

Rabenkirchen - F. 36 48 84

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 27.Okt.2015 | 11:46 Uhr

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