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Kieler Woche 2016 : Schietwettercup: Rugby-Turnier im Matsch

vom
Aus der Onlineredaktion

Internationale Rugby-Teams treten am Sonnabend gegeneinander an. Auf dem Professor-Peters-Platz wird die Sau rausgelassen.

Kiel | Es gibt einen Ort auf der Kieler Woche, an dem auf schlechtes Wetter gehofft wird: beim Schietwettercup (SWC). Auf dem Professor-Peters-Platz in Kiel wird Regen wohl nicht für miese Stimmung sorgen, sondern für noch mehr Einsatz, Schweiß und dreckige Trikots. Dort ist man davon überzeugt, dass das Kieler Schietwetter dazugehört. Ganz traditionell. Der Name ist Programm.

Seit 1990 wird der SWC während der Kieler Woche ausgetragen. Am Sonnabend, 18. Juni, von 10 bis 18 Uhr treten an der Förde Rugbyteams aus ganz Europa gegeneinander an. Wer an der Kiellinie und an der Hörn entlang schlendert, bekommt von dem Spektakel kaum etwas mit - dabei treffen 24 Herren- und acht Dame-Teams aufeinander. Für das Rugbyteam der F.T. Adler Kiel ist das Turnier „der Jahreshöhepunkt“. Ingmar Jaschok, einer der Organisatoren, erklärt, was hinter dem Großereignis steckt.

Schietwettercup - was ist das eigentlich?

Der SWC ist eines der größten Ein-Tages-Turniere Deutschlands im Rugby-Sport. Seit 1990 findet es während der Kieler Woche statt, in diesem Jahr also zum 26. Mal. 24 Herren- und acht Damen-Teams treten an. Das entspricht etwa 420 Spielern.

Während des SWC werden seit 2004 auch die Kiel Baltic Masters ausgetragen. Dabei sein können Teams, die nicht weiter als 350 Kilometer von der Ostsee entfernt beheimatet sind oder aus Norwegen kommen. Ziel ist es, dass der Rugby-Norden mehr zusammenwächst. 

Worum geht's?

Keine Überraschung, natürlich um den Schietwettercup. Der Sieger hält am Ende einen Pokal in den Händen. Außerdem geht's um die „Kiel Baltic Masters“.

Wer kann beim Schietwettercup mitmachen?

Wer keine Erfahrung im Rugby hat, habe keine Chance, sagt Ingmar Jaschok. Laien sollten sich also nicht anmelden. Der SWC ist etwas für aktive Rugby-Mannschaften oder sogenannte „Piratenteams“, die sich speziell zusammengefunden und bei denen die Spieler alle Rugby-Erfahrung haben. Mehr als 400 Vereine haben die Organisatoren europaweit angefragt. Die meisten Teilnehmer kommen aus Mittel- bis Norddeutschland. Für dieses Jahr haben bereits Teams aus den Niederlanden und aus Frankreich zugesagt.

Wer organisiert den Schietwettercup?

Das Rugbyteam der F.T. Adler Kiel. Das Turnier und alles rund um das Turnier stemmt der Verein selbst. Das Team hat übrigens eine überraschend gute Saison in der 2. Bundesliga Nord gespielt, in die es erst vor dieser Saison aufgestiegen ist. Die Liga reicht bis Hannover, Braunschweig und Bremen. Am Ende wurden die Adler Zweiter und hatten die Chance gleich wieder aufzusteigen - scheiterten aber. Dreimal die Woche wird jeweils zwei Stunden auf dem Professor-Peters-Platz trainiert. 

Schietwettercup - und das war’s?

Auf dem Rasen geht es heiß her, keine Frage. Wer dem Ball aber zwischendurch nicht mehr folgen will, der findet abseits des Spielfelds Essens- und Getränkestände und kann sogar selbst aktiv werden: Etwa beim Dosenwerfen oder beim Wurfgeschwindigkeitsmessen. Auch für Kinder sind Aktionen geplant. Der Eintritt zum Turniergelände ist frei. SWC ist aber nicht nur das Turnier selbst. Am Vorabend, dem Freitag, steigt eine große Welcome-Party in einem großen Zelt. Ab 20 Uhr stimmen sich die Sportler auf das Event ein.

Vor dem Turnier servieren die Adler Kiel am Sonnabendmorgen ein Frühstücksbüfett für ihre Gäste im Clubhaus. Nach dem Turnier wird selbstverständlich auch gefeiert: Ab 22 Uhr wird die Musik im Partyzelt wieder aufgedreht. Das Motto der Rugby-Party: ABC („Anything but Clothes“). Am Sonntag gibt es nochmal ein gemeinsames Frühstück, bevor die Mannschaften wieder die Heimreise antreten. „Manche lassen direkt das Startgeld für’s nächste Jahr da“, sagt Ingmar Jaschok.

How to survive den Schietwettercup?

Regen ist keine Überraschung am Turniertag. Der Name des Schietwettercups ist traditionell Programm. Gummistiefel und Regenschirm halten also zumindest trocken. 

Wer sind die Special Guests?

Eine Schiffsmannschaft der British Army wird antreten. Laut Jaschok finden sich fast jedes Jahr auch Militärmannschaften und Teams der Navi an der Förde ein, sodass also regelmäßig auch Spieler aus Rugby-Nationen, wie zum Beispiel von den Fidji-Inseln auf dem Platz stehen.

Woran erkennt man die Teilnehmer?

Die Rugbyteams begeben sich auch einmal außerhalb ihrer Turnierzone und mischen sich unter das Volk entlang der Kiellinie oder an der Hörn. Zu erkennen sind sie an oft gemeinsamen Outfits, manche Teams verkleiden sich sogar. Also, Augen auf!

Und die Regeln?

Gespielt wird siebner-Rugby. Eine Variante, die aus dem klassischen Rugby Union entstand und die mit sieben statt 15 Spielern gespielt wird. Ein Spiel dauert zweimal sieben Minuten. Beim klassischen Rugby Union sind es zweimal 40 Minuten. Beim siebener-Rugby sind die Spiele laufintensiver, da auf gleichem Feld gespielt wird. Durch die sich bietenden Räume ist das 7er-Rugby auch technischer. Es werden mehr Pässe gespielt und weniger Kontaktsituationen gesucht. Um Punkte zu erzielen, muss der Ball hinter der Linie abgelegt oder zwischen die Goalstangen befördert werden. Es gibt drei Arten Punkte zu erzielen: 

  • Indem der Ball hinter der Linie abgelegt wird (5 Punkte)
  • Durch Erhöhen durch Kick zwischen die Goalstangen (2 Punkte)
  • Durch Foul/Strafkick zwischen die Goalstangen (3 Punkte)
  • Durch "Dropgoal". Es wird aus dem offenen Spiel per Dropkick erzielt (2 Punkte)
 
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erstellt am 17.Jun.2016 | 17:29 Uhr

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