Schäppchenjagd in ausländischen Online-Läden

Ein Blick über die Grenze lohnt sich: Vor allem in britischen Webshops können Internetnutzer zurzeit viele Schnäppchen machen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
Ein Blick über die Grenze lohnt sich: Vor allem in britischen Webshops können Internetnutzer zurzeit viele Schnäppchen machen. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

München (dpa/tmn) - In ausländischen Onlineshops gibt es viele Videospiele und DVDs schon vor dem Verkaufsstart in Deutschland. Dank des starken Euros sind sie - ebenso wie CDs oder auch Bücher - oft auch noch deutlich günstiger. Die wichtigsten Tipps für die Schnäppchenjagd in den Internetläden.

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01. Juni 2009, 01:15 Uhr

München (dpa/tmn) - In ausländischen Onlineshops gibt es viele Videospiele und DVDs schon vor dem Verkaufsstart in Deutschland. Dank des starken Euros sind sie - ebenso wie CDs oder auch Bücher - oft auch noch deutlich günstiger. Die wichtigsten Tipps für die Schnäppchenjagd in den Internetläden.
Besonders britische Webshops eignen sich für die Schnäppchenjagd: «In Großbritannien sind zum einen DVDs und Spiele generell günstiger als in Deutschland. Zum anderen gibt es aufgrund gleicher technischer Standards keine Probleme beim Abspielen», sagt Niels Held vom Magazin «Chip».
Die Computerzeitschrift hat das Einkaufen auf der Insel via Internet jüngst getestet. «Bei Computerspielen und Blu-ray-Discs lassen sich bis zu 50 Prozent gegenüber dem deutschen Preis sparen», sagt Held. Allerdings berechnen die Händler statt der britischen Mehrwertsteuer von 15 Prozent den um vier Punkte höheren deutschen Satz. Weitere Kosten, etwa Zoll, müssen die Verbraucher nicht fürchten: «Der gewerbliche Postverkehr aus EU-Ländern ist zollfrei», sagt Yvonne Schamber vom Hauptzollamt Frankfurt am Main-Flughafen.
Achtung vor Betrügern
Eine Ausnahme bildet der Onlineshop play.com. Er verschickt Helds Angaben zufolge seine Waren von der britischen Kanalinsel Jersey aus. Hier fällt aufgrund eines besonderen steuerrechtlichen Status eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent an. «Auf Sendungen mit einem Wert unter 22 Euro wird allerdings keine Einfuhrumsatzsteuer erhoben», erläutert Yvonne Schamber.
Verbraucher sollten sich vor dem Bestellen auch über den Anbieter informieren. «Gerade im Zusammenhang mit englischen Webshops hatten wir es schon oft mit Betrügern zu tun», warnt Andrea Sack vom Europäischen Verbraucherzentrum in Kiel. Ein Blick ins Impressum empfiehlt sich: Gibt der Betreiber dort nur eine Briefkastenadresse an, sollten Verbraucher skeptisch werden, sagt Sack. Hilfreich sei es auch, zu überprüfen, ob es in Foren Beschwerden über den Anbieter gibt, ergänzt Felix Braun von der eCommerce-Verbindungsstelle in Kehl in Baden-Württemberg.
Zweite Kreditkarte für Online-Einkauf empfehlenswert
Bezahlt wird beim Online-Shoppen vornehmlich per Kreditkarte. Empfehlenswert ist die Anschaffung einer zweiten Kreditkarte, rein für den Internet-Einkauf. Sie sollte über einen festen Grenzbetrag verfügen, «damit limitiert man das Risiko», erklärt Braun. Eine Zahlung per Vorkasse sollten Verbraucher sich dagegen gründlich überlegen. Eine empfehlenswerte Bezahlvariante sind Prepaid-Karten, ähnlich denen bei Handys. «Leider bieten nur sehr wenige Shops diese Zahlungsart.»
Größere Onlineshops haben sich bereits auf Käufer aus dem Ausland eingestellt. Beim Versandhändler Amazon können Kunden zum Beispiel ihre Anmeldedaten weltweit verwenden. Ein Programm ermöglicht zudem, den Preis in Euro umzurechnen und in Euro zu bezahlen. Allerdings wird der Wechselkurs vom Shop-Betreiber festgelegt - was nicht immer zum Vorteil des Kunden sein muss.
Spezielle Dienste helfen bei Versandbeschränkungen
Darüber hinaus können Versandbeschränkungen das sorgenlose Shoppen erschweren. Amazon beispielsweise liefert nicht jeden Artikel weltweit aus. Beim «Marketplace», wo auch gebrauchte Ware angeboten wird, entscheide jeder Anbieter selbst, ob er weltweit verschickt oder nicht, sagt Christine Höger von Amazon Deutschland in München.
Umgehen können Verbraucher solche Versandbeschränkungen zumindest beim Online-Kauf in den USA mit Diensten wie myus.com oder bonvu.com. Statt an die eigene Anschrift lässt der Kunde die Bestellung an die US-Adresse des Dienstes senden. Dieser leitet die Ware dann weiter. Zudem bieten diese Firmen weitere Leistungen an, etwa das Inspizieren der Ware.
Webseiten listen Schnäppchenangebote
Die Kosten dafür und der bei Bestellungen aus den USA anfallende Zoll können bestehende Preisvorteile aber wieder zunichtemachen. Neben der Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent werden bei der Einfuhr aus den USA weitere Abgaben fällig. Diese variieren je nach Ware. Für DVDs zum Beispiel sind es 3,5 Prozent des Rechnungs-Endbetrages.
Den Online-Einkauf erleichtern Suchmaschinen wie find-dvd.co.uk oder Blogs wie weltderschnaeppchen.de, die die Preise britischer Webshops vergleichen und auf günstige Angebote hinweisen. Wer trotz der Bestellung im Ausland bei Blu-rays, DVDs und Spielen nicht auf deutsche Sprache verzichten möchte, sollte sich vorher informieren, ob der Artikel deutsche Untertitel oder eine deutsche Tonspur enthält. Einige Händler bieten hierfür spezielle Suchoptionen. Bei Bestellungen in Shops aus Nicht-EU-Ländern sollte der Anwender zudem überprüfen, ob technische Inkompatibilitäten bestehen.

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