Alte Kennzeichen : Rückkehr von ECK und ALF

Nicht RD, sondern ECK: das Altkennzeichen des Eckernförder Bürgermeisters.
Nicht RD, sondern ECK: das Altkennzeichen des Eckernförder Bürgermeisters.

Viele Kommunen wünschen sich die alten Autokennzeichen zurück.

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06. April 2011, 08:31 Uhr

Alfeld/Eckernförde | Eigentlich ist es nur ein Nummernschild. Doch wenn Eckhart Ahrens darüber spricht, kommt er aus dem Schwärmen kaum noch heraus. Der 47-Jährige ist einer der wenigen Autobesitzer, die in der Region Alfeld (Kreis Hildesheim) noch mit einem Altkennzeichen mit den Buchstaben "ALF" fahren. Durch die Kreisgebietsreform werden dort seit 1977 nur noch Kennzeichen mit dem "HI" für Hildesheim ausgegeben. Das könnte sich jedoch bald wieder ändern: Heute und morgen beraten die Verkehrsminister in Potsdam über die Wiedereinführung der alten Kennzeichen.
Seit einiger Zeit schon wünschen sich mehrere Kommunen, vor allem aus Werbezwecken, die Wiedereinführung der alten Kennzeichen. "Wir hätten das sehr gerne zurück", sagt Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen (SPD). Die Mehrheit der Alfelder will das alte Kennzeichen wiederhaben, so eine Studie der Hochschule Heilbronn. Bundesweit sprachen sich der Studie zufolge 73 Prozent der Befragten für die Wiedereinführung aus.
400 Euro mehr fürs alte kennzeichen
Für Ahrens ist die Sache klar: Die alten Kennzeichen soll es wieder geben. An den wenigen Tagen, an denen er seinen 230er Daimler in Colorado Beige "ausfährt", wird er immer wieder auf das "ALF"-Kennzeichen angesprochen. Der Oldtimer-Fan hatte das Kennzeichen von dem Vorbesitzer des Wagens übernommen und ist heute froh über die Entscheidung. Auch wenn er deshalb über 400 Euro mehr an Kfz-Steuer jedes Jahr zahlen muss. Schließlich könnte er seinen Daimler Baujahr 1975 als Oldtimer ummelden - dann aber nur mit Hildesheimer Kennzeichen. Für Ahrens ein absolutes Tabu: "Um Gottes Willen. Das kommt gar nicht infrage", sagt er.
In Schleswig-Holstein scheinen die Kommunen zurückhaltender zu sein. Harald Haase, Sprecher von Verkehrsminister Jost de Jager (CDU), sagte: "Wenn Anträge kommen, werden wir diese wohlwollend behandeln. Wir rechnen aber nicht mit einem großen Andrang." Bislang sei noch keine Kommune mit einem solchen Anliegen an das Ministerium herangetreten. In Eckernförde sind die Weichen allerdings schon gestellt. Dort haben einflussreiche Kreise um Bürgermeister Jörg Sibbel (parteilos) alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das im Zuge der Kreisgebietsreform abhanden gekommene "ECK"-Kennzeichen wieder an die Autofahrer im nördlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde auszugeben.

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