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RTSV reißt klar Landesliga-Hürde – Bleibt Usadel Trainer?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Fußball: Nach enttäuschender Verbandsligasaison steht beim Rendsburger Traditionsverein ein personeller Umbruch bevor / Neuformierte Reserve startet in der Kreisklasse C

Die Renaissance der Fußball-Landesligen wird der Rendsburger TSV lediglich als Beobachter verfolgen können. Die Grünen verpassten die Qualifikation mit zehn Punkten Rückstand deutlich und müssen weiter in der ab Sommer siebtklassigen Verbandsliga auflaufen.

Ob Dennis Usadel dann noch auf der Trainerbank sitzt, scheint derzeit fraglich. Die schwierigen Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen scheinen dem 37-Jährige zuzusetzen. Zudem hat der bereits als Neuzugang präsentierte Torhüter Morten Nagel (28) vom Süd-West-Verbandsligisten VfL Kellinghusen seine Zusage bereits wieder revidiert.

Mit Dennis Schnepel, Vitalijs Stols, Sven Dollnick (alle Osterrönfelder TSV), Robin Grell (TSV Kropp), Yannik Herzig Gettorfer SC), Sören Wiechert (SG Geest 05) Christopher Schöning (TV Grundhof), Leif und Faruk Celik (Ziel unbekannt) haben eine ganz Reihe von (Stamm-)Spielern den Verein verlassen. „Wir sind im Umbruch. Das wird für uns alle in der neuen Saison eine Herkulesaufgabe. Uns geht durch die Abgänge einiges an Qualität verloren. Wir versuchen, das mit Spielern aus der Region aufzufangen“, erklärt Usadel. Dabei ist ihm bewusst, dass das einst ausgegebene Ziel, auf junge talentierte Spieler aus der Region zu bauen, schwer umzusetzen ist. „Interesse wird von jungen Spielern bekundet. Doch am Ende bleiben die Spieler bei ihren Stammvereinen.“ Einziger Lichtblick beim einstigen Flaggschiff am Kanal: Für die neue Saison ist eine Zweite gemeldet, die in der C-Klasse auf Kreisebene starten soll. „Diese Mannschaft besteht größtenteils aus unseren A-Jugendlichen und einigen Rückkehrern, die einmal beim RTSV gespielt haben. Auch zwei Flüchtlinge sind dabei“, berichtet Liga-Managerin Beate Böhm.

Der RTSV hatte sein Saisonziel, zukünftig in der Landesliga aufzulaufen, als Tabellenzehnter verpasst. Der Rendsburger Traditionsverein wurde von den Ortsrivalen Osterrönfelder TSV und dem Büdelsdorfer TSV abgehängt. Von 28 Spieltagen standen die Grünen nur vier Mal auf einem Tabellenplatz, der für das Erreichen der Landesliga gereicht hätte. „Die Enttäuschung ist bei uns sehr groß. Dass wir die Landesliga verpasst haben, ist bitter“, sagt Usadel. Der RTSV legte einen glatten Fehlstart hin – ausgelöst durch lange Sperren gegen Usadel, Mannschaftskapitän Arend Müller und Stürmer Hasan Mercan. Verletzungen des torgefährlichen Dennis Schnepel und des in der Winterpause ohnehin zum SV Schackendorf gewechselten Mittelfeldtechnikers Guilherme de Oliveira waren nicht aufzufangen. „Das hat uns arg geschwächt. Die nachrückenden Spieler konnten die Stammkräfte nicht annährend ersetzen“, sagt Usadel. Dennoch hatte die Elf vom Nobiskrug nach der ersten Saisonhälfte ihr anvisiertes Ziel als Tabellenachter noch im Blick. Der Start nach der Winterpause verlief mit Siegen beim TSV Bordesholm (1:0) und gegen Spitzenreiter Inter Türkspor Kiel (6:3) sogar verheißungsvoll. „Diese beiden Siege haben uns, so paradox es klingen mag, nicht gut getan. Jeder dachte jetzt bei uns, dass alles von alleine läuft. Es fehlte in den weiteren Spielen an Leidenschaft. Mir ist das noch immer unerklärlich“, schüttelt Usadel den Kopf. Der sportliche Tiefpunkt folgte mit dem 3:4 im Derby beim TSV Vineta Audorf – nach einer 2:0-Führung. Damit nicht genug: Usadel setzte Arend Müller als Mannschaftskapitän ab. Dieser verließ den Verein nebst Bruder Marco. Die ohnehin angespannte personelle Situation nahm an Schärfe zu. Dem einstigen Aushängeschild am Kanal fehlte es nun an Schlagkraft. „Der eine oder andere Spieler war mit seinen Gedanken wohl schon bei einem anderen Verein“, vermutet Usadel, der bedingungslosen Einsatz vermisste, ohne jedoch Namen zu nennen. Aus den verbleibenden acht Partien holte der RTSV mickrige vier Punkte bei einem Torverhältnis von 5:21. Usadel: „Unsere Abwehr präsentierte sich in diesen Spielen nie als kompakte Einheit.“

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