RTSV im Niemandsland

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Gerade einmal 20 Zuschauer sehen 1:2-Heimniederlage gegen Laboe

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03. Mai 2015, 14:17 Uhr

Ketzerisch könnte man es so formulieren: Der Rendsburger TSV festigte seinen Platz im Niemandsland der Tabelle in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost. Mit 1:2 (0:1) unterlag die Mannschaft von Spielertrainer Dennis Usadel im Heimspiel dem abstiegsbedrohten VfR Laboe.

Dabei mussten die Gäste alles andere als ein Feuerwerk abbrennen, um die harm- und ideenlos auftretenden Rendsburger zu bezwingen. Es verwundert kaum, dass die einst so ruhmreiche Mannschaft ihre Heimspiele inzwischen beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit austrägt. Gerade einmal 20 Zuschauer „verirrten“ sich an den Nobiskrug. „Bei uns ist einfach die Luft raus. Allerdings hatte ich erwartet, dass die Mannschaft zu Hause mehr Biss zeigt. Nach der ordentlichen zweiten Halbzeit gegen Molfsee hatte ich auf eine Fortsetzung gesetzt“, erklärte Usadel, dem die Enttäuschung anschließend deutlich ins Gesicht geschrieben stand. Die Niederlage leiteten die Rendsburger quasi selber ein, denn bei beiden Gegentreffern halfen die Gastgeber kräftig mit. Beim 1:0 der Gäste durch Pascal Puls verharrte die RTSV-Abwehr bei einem Freistoß im Tiefschlaf. An Freund und Feind vorbei segelte der Ball ins Tor (33.). Beim 0:2 (78.) landete ein Abwurf von Torwart Sören Wiechert bei Laboes Lauritz Neelsen (80.). Er hatte keine Mühe zu vollenden. „Das muss ich leider auf meine Kappe nehmen“, stand der RTSV-Torwart zu seinem Aussetzer. Selbst eine Überzahl konnten die Rendsburger nicht nutzen. Die kampfkräftige VfR-Abwehr wurde von den RTSV-Angreifern in der ersten Halbzeit so gut wie gar nicht gefordert. Torwart Rene Reinke konnte die leicht wärmende Mai-Sonne fast unbehelligt genießen. Seine Vorderleute kämpften derweil um jeden Meter und dokumentierten somit, dass sie auch zukünftig in der Verbandsliga spielen wollen. „Jeder hat bei uns Vollgas gegeben. Der Sieg war verdient“, meinte VfR-Trainer Daniel Lechte. Die Hoffnungen Usadels, in der zweiten Halbzeit über den Kampf ins Spiel zu finden, verliefen ins Leere. Mehr als das Anschlusstor zum 1:2 durch Thore Bannow, auch er war Nutznießer eine Fehlers von VfR-Torwart Rene Reinke, war für den RTSV nicht drin (88.).

Erfolgreicher als auf dem Platz ist der Rendsburger TSV hingegen bei der Kaderplanung für die Saison 2015/16. Dennis Usadel vermeldete neben dem überraschenden Verbleib Dennis Schnepels (siehe auch Artikel rechts) mit Guilherme Krug de Oliveira (26) und Hamza Aichaoui (30) zwei Neuzugänge vom SV Schackendorf (Verbandsliga Süd-West). Beide sind nach Einschätzung des RTSV-Trainers vielseitig einsetzbar.


RTSV: Wiechert – Müller, Beckmann, Buthmann, Schöning – Schnepel, Herzig, Redzepovski, Grbabac – Witt, Yurt.
SR: Schneider (Eggebek). – Zuschauer: 20.
Tore: 0:1 P. Puls (33.), 0:2 Neelsen (78.), 1:2 Bannow (88.).
Rote Karte: P. Puls (72., Meckern)

Gelb-Rote Karte: Pank (90., wdh. Foulspiel).



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