Rolle rückwärts: Waskönig sagt ab

Weg, bevor er richtig da war: Stephan Waskönig wird nicht Trainer in Rotenhof.
Weg, bevor er richtig da war: Stephan Waskönig wird nicht Trainer in Rotenhof.

Fußball-Kreisliga: Sechs Wochen nach seiner Vorstellung als neuer Trainer beim TuS Rotenhof macht der 42-Jährige nun einen Rückzieher

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18. Juni 2015, 13:28 Uhr

Paukenschlag beim TuS Rotenhof. Stephan Waskönig wird nicht Trainer des Kreisligisten. Am Dienstag zog er seine Zusage zurück. Bereits heute wollen die Verantwortlichen des TuS einen Ersatz für Waskönig präsentieren – der soll aus den eigenen Reihen kommen.

Anfang Mai hatte Waskönig das Rennen um die Nachfolge von Thomas Gosch auf dem Trainerstuhl gemacht. „Ich habe einfach Lust, den jungen Spielern in Rotenhof Spaß am Fußball zu vermitteln“, hatte er unmittelbar nach Bekanntwerden seines Engagements gesagt. Rund sechs Wochen später ist Waskönig nicht die Lust vergangen, sondern die Veränderungen in seinem privaten Umfeld haben zu der Entscheidung geführt. „Meine familiäre und berufliche Situation haben sich in den letzten vier Wochen geändert und brauchen nun meine volle Aufmerksamkeit“, erklärt er. Waskönig ist seit kurzer Zeit nicht mehr bei der Stadt Kiel, sondern bei der Stadt Neumünster angestellt: „Ich habe gemerkt, dass der neue Job mich doch mehr in Anspruch nimmt, als das, was fünfzehn Jahre lang eingefahren war.“ Die zunehmend angespannte Personallage beim TuS Rotenhof habe nicht den Ausschlag gegeben und sei höchstens zweitrangig gewesen. Dennoch habe auch er mit Skepsis zur Kenntnis genommen, dass immer mehr Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen. „Das war etwas anders abgesprochen“, sagt Waskönig. Er habe trotz allem den Eindruck, die Vereinsführung habe Verständnis für seine Entscheidung. „Zumindest hat mir Liga-Obmann Stefan Schrum das in einer E-Mail mitgeteilt.“

Von Seiten des TuS Rotenhof klingt das allerdings etwas anders. Schrum erklärte: „Diese kurzfristige Absage stellt uns vor große Probleme. Das habe ich Stephan Waskönig auch so mitgeteilt.“ In den vergangenen acht bis zehn Tagen seien einige Dinge passiert, die auf einen Rückzug Waskönigs hingedeutet hätten. Rotenhofs Fußball-Abteilungsleiter Klaus-Dieter Passig erreichte die Hiobsbotschaft in seinem Urlaub. „Das hat mich sehr überrascht, und ich bin auch wirklich enttäuscht von ihm“, verriet er. Gestern Abend hatten Passig und Schrum den Liga-Kader zu einer Sitzung zusammengeholt, um die sportliche Zukunft zu erläutern. Die laufenden Gespräche mit potenziellen Neuzugängen stocken. „Jeder Spieler, der möglicherweise zu uns kommen möchte, will natürlich wissen, unter welchem Trainer er spielt“, erklärt Schrum. Er und Passig streben eine schnelle Lösung an. Passig äußerte sich zuversichtlich, bereits gestern auf der Sitzung einen neuen Coach zu präsentieren. Namen wollte er im Vorfeld nicht nennen. Er konnte aber bestätigen, dass es sich um einen Mann aus den eigenen Reihen handelt. Schrum ergänzte: „Aus meiner Sicht wird derjenige das aber nur für eine begrenzte Zeit übernehmen. Spätestens bis zur Winterpause sollten wir eine langfristige Lösung gefunden haben.“

Das Trainerkarussell in Rotenhof hat sich wieder begonnen zu drehen. Drei der potenziellen Kandidaten, die den TuS in die neue Saison führen könnten, stellt die Landeszeitung vor (siehe oben).

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