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Nachspiel nach Einsatz : Reizgas-Alarm in Isarnwohld-Schule: Müssen Eltern für Großeinsatz zahlen?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kosten könnten sich auf 20.000 Euro belaufen. Polizei und Schule ermitteln weiter nach der Ursache.

Gettorf | Das könnte teuer werden: Eine Schülerin steht im Verdacht, den Reizgas-Großeinsatz am Montagvormittag an der Isarnwohld-Schule ausgelöst zu haben. Laut Polizeipressesprecher Sönke Hinrichs gab es bereits Montag erste Hinweise darauf, dass Pfefferspray versprüht wurde. Laut Siegfried Brien, Feuerwehr-Pressewart für das nördliche Kreisgebiet, waren insgesamt 90 Kräfte der Feuerwehren, Rettungsdienste und vom Löschzug Gefahrgut (LZG) mehr als vier Stunden lang im Einsatz.

„Falls der Einsatz abgerechnet wird“, so bestätigte Siegfried Brien der EZ auf Nachfrage, „könnten sich die entstandenen Kosten für alle Einsatzkräfte und Fahrzeuge auf rund 20.000 Euro belaufen.“ Als die Einsatzkräfte am frühen Nachmittag wieder abrückten, wurden 127 betroffene Schüler mit Atemwegsbeschwerden gezählt, fünf von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.  

Die Messdaten, die durch die Einsatzkräfte des LZG genommen und in einem Hamburger Labor ausgewertet wurden, haben ergeben, dass es sich um keine „lebensbedrohliche Substanz“ gehandelt habe, so Brien weiter. Das Gas sei „hochflüchtig“ gewesen. Das heißt, nachdem die evakuierten Räume gründlich gelüftet worden waren, konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.

Schulleiterin Marion Burkhart berichtete, dass vier der fünf Kinder, die im Krankenhaus waren, schnell wieder nach Hause konnten. Drei von ihnen waren bereits am Dienstag wieder in der Schule. Den Verdacht bestätigen, dass es sich bei dem Reizgas um Pfefferspray gehandelt haben soll, konnte die Schulleiterin nicht. Die polizeilichen Untersuchungen laufen und auch in der Schule werde hausintern ermittelt, erklärte sie. „Das Bild verdichtet sich“, so Burkhart.

Falls wirklich eine Schülerin mit Pfefferspray den Einsatz ausgelöst haben sollte, könnte eine saftige Rechnung auf die Eltern zukommen. Lars Wichmann, Löschzug Gefahrgut, war mit 17 seiner Kameraden am Einsatzort. „Wir hatten zwei Großfahrzeuge und zwei mittelständige Fahrzeuge dabei“, erklärte er. Ob die Kreisverwaltung eine Rechnung stelle oder nicht, hänge nun davon ab, ob der Einsatz als gerechtfertigt nach dem Brandschutzgesetz oder als böser Schülerstreich eingeordnet werde. Die Höhe der Rechnung richte sich nach der Gebührensatzung, die ähnlich angelegt sei wie die der Feuerwehren.

Normalerweise sind Kinder über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern bis zum Abschluss der Schulzeit, der Berufsausbildung oder des Studiums versichert, teilte Christoph Richter, Agenturinhaber der Provinzial in Gettorf mit. Vorsätzliche Handlungen oder Straftaten sind allerdings grundsätzlich aus der Haftung ausgeschlossen.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 06:52 Uhr

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