Neumünster : Radler-Lobby enttäuscht von Ratsbeschluss

Der ADFC fordert ein Forum als Beteiligungsgremiem, etwa wenn es um die Gestaltung von Radwegen wie hier am Großflecken geht.
Der ADFC fordert ein Forum als Beteiligungsgremium, etwa wenn es um die Gestaltung von Radwegen wie hier am Großflecken geht.

Der ADFC fordert nach dem ablehnenden Beschluss der Ratsversammlung ein Radforum und einen Stadt-Beauftragten.

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16. Dezember 2017, 08:20 Uhr

Die Radler-Lobby des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) reagiert mit harscher Kritik auf die Ablehnung der Ratsversammlung, ein „Fahrradforum“ und einen „Fahrradbeauftragten“ bei der Stadtverwaltung zu etablieren. Ein entsprechender Vorstoß von SPD und Grünen war bei Stimmengleichheit denkbar knapp gescheitert (der Courier berichtete).

„Ich bin schon sehr enttäuscht, dass es so gelaufen ist“, sagte der ADFC-Kreisvorsitzende Kurt Feldmann-Jäger zum Courier. Er hatte die Debatte von der Bank der Stadtteilbeiräte aus verfolgt. Schon 2013 habe es den Ratsbeschluss gegeben, dass Neumünster „fahrradfreundliche Stadt“ werden soll. Feldmann-Jäger: „Damit hat die Verwaltung einen klaren Auftrag, etwas zu tun.“ Vor zwei Jahren habe es dann eine Beschlussvorlage gegeben, die aber – etwa beim Stichwort Beirat Radverkehr – nicht vollständig umgesetzt worden sei.

„Viele Kommunen sind besser als Neumünster beim Fahrradklimatest“, sagt Feldmann-Jäger und nennt als Beispiele Norderstedt oder Kiel. In der Landeshauptstadt gebe es schon seit mehr als 20 Jahren so ein Gremium aus Verwaltung, Verbänden und Politik.

„Wenn man, wie 2013 beschlossen, den Radverkehrsanteil um 20 Prozent erhöhen möchte bis zum Jahr 2020, dann muss man jetzt aktiv werden“, so Feldmann-Jäger. Auch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept rücke den Umweltgedanken und damit den Vorrang von Fußgänger, Radverkehr und ÖPNV vor dem Autoverkehr in den Vordergrund.

In der Ratsversammlung hatte sich CDU-Fraktionschef Gerd Kühl für eine strikte Trennung von Fußgängern, Radlern und Autoverkehr ausgesprochen und den Antrag von SPD und Grünen abgelehnt. In dieser Legislatur wird es kein Radforum und keinen Radbeauftragten geben.

Stadtbaurat Thorsten Kubiak sagte auf Courier-Nachfrage, dass die Radverkehrskonzeption als „Bestandteil einer Gesamtstrategie zur Mobilität in Neumünster “ zu sehen sei.

„Die Verwaltung hat inzwischen ein externes Büro beauftragt, einen entsprechenden Entwurf zu erstellen, den ich gerne in der Februar-Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses in seinen Strukturen präsentieren möchte“, sagte Kubiak. Das eröffne die nächsten Diskussions- und Beteiligungsrunden. Kubiak: „Da werden dann auch schon konkrete Vorschläge gemacht.“

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