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Prüfbericht gibt Jugendamt Mitschuld an Yagmurs Tod

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Leichtgläubigkeit, schlechte Übergaben und Überlastung – ein Prüfbericht sieht bei den Jugendämtern eine Mitverantwortung für den gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur aus Hamburg. „Es gibt nicht den zentralen Fehler, es war eine Verkettung von Fehlern“, sagte der Leiter der Jugendhilfeinspektion, Horst Tietjens, gestern. Eineinhalb Monate hatte es gedauert, bis die Inspekteure ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentierten – allerdings ist der überwiegende Teil mit Rücksicht auf den Sozialdatenschutz geschwärzt. Nur wenige – etwa die Abgeordneten im Familienausschuss der Bürgerschaft – kennen die ganze Version. Deutlich wird dennoch: Immer wieder hat es Momente gegeben, in denen das Schicksal des Kindes vielleicht noch hätte verhindert werden können. „Wir wollten die Stellen finden, an denen man sich hätte anders verhalten können“, erklärte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD).

Schließlich verblutete Yagmur am 18. Dezember nach einem Leberriss innerlich. An ihrem Körper fanden sich mehr als 80 Hämatome und Quetschungen. Ihr Vater soll sie misshandelt und tödlich verletzt, die Mutter nichts dagegen getan haben. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Es gab viele Warnhinweise, die von den Mitarbeitern in den Jugendämtern Eimsbüttel und Mitte nicht richtig bewertet wurden. Auch weil die Zuständigkeiten immer wieder wechselten, unter anderem weil das Kind umzog oder eine Mitarbeiterin erkrankte. Mitte 2013 fiel die folgenschwere Entscheidung, dass das Kind bei seinen leiblichen Eltern leben durfte – obwohl es schon vorher den Verdacht gab, dass das Mädchen bei Besuchen dort misshandelt wurde und deswegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefen.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 13:25 Uhr

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