Probleme von Familien ernst nehmen

Sie sorgen sich um Kitas und Schulbetreung: Patricia Rau (hinten von links) , Maren Burrows, Frank Heuser, Anja Lembach, Jaqueline Leka, Tara Rau (vorn, von links), Tariq Burrows, Fiona Lembach und Lili Petri.
Sie sorgen sich um Kitas und Schulbetreung: Patricia Rau (hinten von links) , Maren Burrows, Frank Heuser, Anja Lembach, Jaqueline Leka, Tara Rau (vorn, von links), Tariq Burrows, Fiona Lembach und Lili Petri.

Elterninitiative Wedel will mit „Wahlprüftsteinen“ klare Aussagen zu Themen rund um Kita- und Schulkindbetreuung

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27. März 2018, 16:00 Uhr

Nun gibt die Elterninitiative Wedel ihren Kommunalpolitikerinnen und -politikern etwas zu knabbern – nämlich so genannte Wahlprüfsteine, mit denen sie Eltern die Entscheidung auf den Stimmzetteln erleichtern möchte. Gerade jetzt vor der Kommunalwahl wollen die besorgten Wedeler Eltern, die sich seit 2014 in einer Elterninitiative für die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zusammen geschlossen haben, klare Aussagen zu den Themen rund um die Kita- und Schulkinderbetreuung.

Denn die Probleme werden immer drängender: Die Kita-Gebühren sind im teuren Wedel zu hoch, selbst wenn beide Eltern arbeiten, es gibt zu wenig Kita-Plätze, zu wenig Betreuung nach der Schule, viel zu wenig qualifizierte Erzieher und Erzieherinnen im finanziell unattraktivem Beruf, so die Initiative. Und das Kita-beitragsfreie Hamburg nimmt Kinder aus Schleswig-Holstein nicht auf, die haben selbst für Hamburger Deerns und Jungs zu wenig Plätze.

„Das System Kita beginnt uns um die Ohren zu fliegen“ warnte Andreas Brenner, Geschäftsführer des Kindertagesstättenwerks Pinneberg kürzlich, und so sieht es auch die Elterninitiative. Besonders erschreckt hat die Wedeler Eltern die Reaktion von Kommunalpolitikern, als sie sich 2016 für die Gründung eines Elternbeirates einsetzten, der im Ausschuss Bildung, Kultur und Sport (BKS) Mitspracherecht hätte. Dieses Anliegen, so Elterninitiative- Sprecherin Lili Petri, wurde mit dem Argument „Eltern seien keine gesellschaftsrelevante Gruppe“ abgelehnt. „Die Politiker rieten uns, dass Eltern doch lieber direkt in politischen Parteien mitwirken sollten“ berichtet Kita-Papa Frank Heuser.

Doch die Initiative will politisch unabhängig bleiben, die Politiker aller im Rathaus vertretenen Parteien jedoch zu ganz klaren Aussagen zu Kita- und Schulbetreuung in der Wedeler Zukunft festnageln und den Eltern mit den Wahlprüfsteinen Argumente an die Hand geben, nach denen sie in ihrem Interesse abstimmen können und so die Zukunft vor Ort mit gestalten können.

So fragt sie in ihren den Politikern vorgelegten Wahlprüfsteinen nach den Maßnahmen, die die jeweilige Partei zukünftig ergreifen will, um Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen und die Elternbeiträge fühlbar zu verringern.


Antworten bis 19. April erwartet

Außerdem möchte sie wissen, ob die neunte Betreuungsstunde, die für viele wegen der An- und Abfahrt so wichtig ist, wieder kostenfrei eingeführt ist und ob sich die Parteien überhaupt über die Bedeutung der neunten Stunde für Eltern im Klaren sind. Bei Wahlprüfstein Nummer drei geht es um die Schulkinderbetreuung, bei der ebenfalls Früh- und Spätdienste für die Eltern so wichtig sind und auch über eine Geschwisterermäßigung nachgedacht werden müsse.

Der vierte Punkt behandelt die sogenannten „pädagogischen Fachkräfte“, die Erzieher. Hier, so die Eltern, herrscht hoher Fachkräftemangel und enorme Ausfallzeiten durch Krankheit. Die Eltern bitten die Politiker um die Bereitschaft, bürokratische Hürden abzubauen und Ideen, den Mangel an Erziehern zu beseitigen.

Natürlich steht auch der Elternbeirat mit auf dem Programm und bietet sich in einem weiteren Wahlprüfstein an. Inklusion ist ebenfalls ein Thema. Gerade Eltern von förderungsbedürftigen Kindern machen sich viel Gedanken über die noch nicht abgesicherte Schulkinderbetreuung und die Nachmittagsbetreuung.

Ganz wichtig ist den besorgten Eltern aus Wedel außerdem die Sicherheit der Schulwege. Hier nennen sie den Jörg-Balack-Weg und den Auweidenweg, beide seien schlecht beleuchtet und teils mit einem sehr unsicheren, wenn nicht sogar gefährlichem Bodenbelag ausgestattet.

Auf all diese spannenden Fragen erwarten ganz viele Wedeler bis zum 19. April spannende Antworten.




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