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23. August 2017 | 12:45 Uhr

Positiver Austausch mit Berliner Schiris

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball: Schiedsrichter-Besuche zwischen den beiden Bundesländern soll zu einer ständigen Einrichtung werden – Förderkader soll in das Projekt integriert werden

Wer Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln möchte, der muss neue Wege beschreiten, Herausforderungen suchen und annehmen. Dies fällt leichter, wenn die Umgebung des Handelns eine neue ist. Die drei SHFV-Schiedsrichter Matz-Lennart Simon, Sebastian Chilcott und Jesper Rieckmann reisten am Osterwochenende nach Berlin und machten diese Erfahrung.

Zunächst assistierten Rieckmann und Chilcott dem Berliner Sebastian Hornig in der sechsthöchsten Spielklasse. „Die Atmosphäre bei der zweiten Mannschaft des BFC Dynamo war etwas Besonderes“, beschrieben die beiden Schleswig-Holsteiner. „Das Spiel gegen den Berliner SC fand auf oberem Schleswig-Holstein-Liga-Niveau statt.“

Viel Kampf gab es auch am Ostermontag in der Begegnung zwischen dem SV Empor Berlin und dem Köpenicker SC, die von Matz-Lennart Simon geleitet wurde. Das reine SHFV-Gespann war in der Berlin-Liga stets gefordert, konnte in der fair geführten Partie aber viel laufen lassen. „Der Fußball steht dort im Vordergrund“, erklärt Rieckmann. „Das Trio wirkte sehr eingespielt“, erkannte der Berliner Kollege Gunnar Mielenz, der eine Woche später im nördlichsten Bundesland zum Einsatz kam. Begleitet wurde der Friedrichshagener von seinem Vereinskameraden Sebastian Hornig, Lutz Meyer (Wartenberger SV) und dem Brandenburger Cornelius Grigoleitis (SV Falkensee-Finkenkrug).

In Schleswig-Holstein pfiffen die Gast-Schiedsrichter in der Verbandsliga Nord-Ost das Duell zwischen dem Rendsburger TSV und der TSG Concordia Schönkirchen sowie das Kreisliga-Topspiel Eckernförder SV II gegen den Büdelsdorfer TSV. Obwohl Hornig und Meyer je einen Platzverweis aussprechen mussten, hatten beide keine Probleme in ihren Spielleitungen. „Die Jungs haben gute Leistungen gezeigt“, lobten der Vorsitzende des SHFV-Schiedsrichterausschuss Holger Wohlers und Hans-Werner Karstens aus dem Kreisfußballverband Rendsburg-Eckernförde.

Beide Seiten haben nach den vier Spielen gemerkt, dass zwar überall nach den selben Regeln Fußball gespielt wird, es aber dennoch Unterschiede gibt. „Insgesamt wird in Schleswig-Holstein fairer gespielt, jedoch halten die Spieler hier öfters drüber“, stellt Hornig fest. „In Berlin haben wir mehr Gemecker. Außerdem wird man dort als Schiedsrichter eher ausgetestet. Das habe ich hier anders erlebt“, sagt Lutz Meyer nach dem Kreisligaspiel am Bystedtredder.

Außergewöhnlich für die Norddeutschen war die sehr gute Schiedsrichterbetreuung in Berlin. „Beim BFC Dynamo hatten wir sogar einen eigenen Ordner“, berichtet Jesper Rieckmann vom SV Fortuna Stampe.

Teilweise gibt es auch verschiedene Anweisungen von den Verbänden an die Unparteiischen. Während es in Schleswig-Holstein selbstverständlich ist, einen Sonderbericht über Trainer-Verweisungen anzufertigen, so ist dieses in Berlin nur bei äußerst groben Vergehen der Fall.

Auch der Ablauf nach dem Schlusspfiff ist unterschiedlich. Die SHFV-Vereine kennen es so, dass der Schiedsrichter das Ergebnis nennt und den Sportgruß ausführt. Verwirrt waren die Spieler am Nobiskrug, als Sebastian Hornig die Spielführer aufforderte selbst ein paar Worte zu formulieren. „In Berlin wird der Sportgruß nur in Jugendspielen vom Schiedsrichter und danach von den Mannschaften eigenverantwortlich vorgenommen“, erklärte er.

Aus dem Schiedsrichteraustausch zwischen Berlin und Schleswig-Holstein sind nur Gewinner hervorgegangen. Die Aktiven haben wertvolle Erfahrungen und Eindrücke gewonnen und auch die Vereine sahen es als Bereicherung an. „Besonders darüber freue ich mich“, betont Wohlers. Auch aus Berlin gab es ein positives Echo diesbezüglich. „In Schleswig-Holstein pfeift man nicht anders als hier“, bilanziert Heiko Schickgram, Trainer des Köpenicker SC ohne negativen Hintergedanken. Grund dafür ist wohl auch der offene Umgang mit den Vereinen im Vorwege, die den Austausch teilweise über Lautsprecherdurchsagen bekannt gaben.

Nach dem Startschuss durch die sieben Schiedsrichter, die sich auf dem internationalen Jugendturnier, dem Dana-Cup in Dänemark kennen gelernt haben, soll ab der Spielserie 2015/16 ein regelmäßiges Unterfangen werden. Der KFV-Vorsitzende Hans-Werner Karstens und sein Berliner Kollege Bodo Kriegelstein haben sich über mögliche Kooperationen ausgetauscht. „Wir streben an, den Austausch einmal pro Halbserie durchzuführen“, sagt Karstens. Dann sollen andere, vielleicht auch jüngere Kameraden die Möglichkeit erhalten, im jeweils anderen Bundesland Spiele zu leiten. Karstens: „Vielleicht können wir unseren Förderkader in dieses Projekt integrieren und gemeinsame Veranstaltungen wie Lehrabende damit kombinieren.“

 

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erstellt am 22.Apr.2015 | 22:00 Uhr

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