Nord-Ostsee-Bahn fährt auf 100. Streiktag zu

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21. Oktober 2011, 07:58 Uhr

Kiel | Keine Bewegung im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Nordostseebahn: Seit Februar streiken die Lokführer des Bahnunternehmens immer mal wieder - aktuell nervt der 17. Streik die Fahrgäste. Das Unternehmen steuert nun auf den 100. Streiktag zu. Am 28. Oktober wäre es soweit, wenn der aktuelle Streik fortbesteht. An der GDL soll es nicht liegen: "Unsere Streikkasse ist gut gefüllt", sagt Pressereferent Stefan Mousiol. "Wir haben berechtigte Forderungen."

Der Tarifvertrag soll verbindliche Mindestbedingungen unter anderem zu Einkommenshöhe und Arbeitszeiten enthalten. Zu den inhaltlichen Forderungen gehört die Übernahme von Lokführern bei einem Betreiberwechsel mindestens zu den Bedingungen dieses Bundesrahmen-Tarifvertrages.

Seit Wochen geht es auf dem Weg zu einer Schlichtung nicht weiter. GDL-Pressereferent Mousiol verweist auf ein vom Bundesvorsitzenden Claus Weselsky unterschriebene Papier, das die NOB nur noch ebenfalls unterzeichnen müsse. "Wir warten, dass es zurückkommt." Die NOB hält das allerdings für unseriös.

Am Dienstag war Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) auf Sylt, um das Startsignal für die Modernisierung des Sylt Shuttles der Deutschen Bahn zu geben. Dabei traf er sich auch mit Sylter Unternehmern. Die sind von den Streiks besonders betroffen: Die Insel ist nur per Bahn oder Autozug über den Hindenburgdamm zu erreichen. Es sei darum gegangen, ob man bei künftigen Ausschreibungen von Bahnstrecken nach Modalitäten suchen könne, die eine Bestreikung des Damms verhindern können, sagte Ministeriumssprecher Harald Haase. Zugleich habe de Jager klargemacht, dass dies wegen des Streikrechts schwierig sei.

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