Niendorf einfach nicht zu bremsen

Schwieriger Job für Paul Falk von der SG VfR/Saxonia: Unter den wachsamen Augen von Schiedsrichter Hakan Yilmaz heften sich mit Benedikt Fischer und Jan Tiedje (rechts) gleich zwei Akteure des BSC Brunsbüttel an seine Fersen.
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Schwieriger Job für Paul Falk von der SG VfR/Saxonia: Unter den wachsamen Augen von Schiedsrichter Hakan Yilmaz heften sich mit Benedikt Fischer und Jan Tiedje (rechts) gleich zwei Akteure des BSC Brunsbüttel an seine Fersen.

Fußball: Stark auftrumpfender Regionalligist gewinnt A-Jugendturnier um den Energie & Bau Service-Cup des VfR / Lüneburg wird Zweiter

shz.de von
05. Januar 2015, 14:00 Uhr

Acht Spiele, sieben Siege und insgesamt 33:8 Tore: Der Niendorfer TSV spielte in der Stefan Schnoor Arena praktisch sein eigenes Turnier und gewann völlig verdient die 13. Auflage des vom VfR Neumünster initiierten Energie & Bau Service-Cups für Fußball-A-Junioren.

Der Regionalliga-Tabellenfünfte und einzige Vertreter Hamburgs im Feld leistete sich nur zu Turnierbeginn einen Ausrutscher (1:1 gegen den gar sieglos ausgeschiedenen Titelverteidiger TSV Kronshagen), ehe die von der Papierform her stärkste Mannschaft zur Erfolgsserie ansetzte und nicht mehr zu bremsen war. Im Finale bezwang das fußballerisch restlos überzeugende Team von Trainer Ralph Kainzberger den Niedersachsenliga-Tabellenvierten Lüneburger SK Hansa mit 4:1, wobei Niendorf in der ersten Minute bereits zwei Treffer erzielte und schon nach der Hälfte der zehnminütigen Spielzeit mit 4:0 vorne lag. Der Lohn für den NTSV war ein 1000-Euro-Gutschein für adidas-Sportartikel sowie der WM-Spielball „Brazuca“. Der unterlegene Finalist Lüneburg darf für die Hälfte einkaufen gehen und stellte überdies mit Paul Schröder den besten Torwart des Turniers. Der beste Torschütze indes kam vom Oldenburger SV. Finn Severin erzielte zwölf Treffer und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der SH-Liga-Tabellenvierte auch an der Fehmarnstraße auf einem starken vierten Platz landete.

Mit Niendorf und Lüneburg bestritten beim „Masters light“ ausgerechnet die einzigen beiden Nicht-Schleswig-Holsteiner im 18 Teams starken Klassement das Endspiel. Einige ambitionierte Teams aus der SH-Liga strauchelten frühzeitig, neben dem TSV Kronshagen blieben auch dessen Ligarivalen Büdelsdorfer TSV und SG Siems/Strand 08 am Sonnabend ohne jeden „Dreier“. Erfrischend war dagegen der Auftritt zweier Verbandsligisten. Der BSC Brunsbüttel, Spitzenreiter der Nord-Staffel, und die SG Hanse Lübeck, Tabellendritter der Süd-Staffel, stürmten bis ins Viertelfinale, ehe sie gegen die beiden späteren Endspielteilnehmer den Kürzeren zogen.

Auffällig war, dass die ersten drei in der Vorrunde allesamt in einer Gruppe spielten. Niendorf und Lüneburg hatten bereits dort die Klingen gekreuzt (3:2 für den NTSV), auch der mit einem Trikotsatz prämierte Drittplatzierte SV Eichede hatte sich in dieser Staffel ein Stelldichein gegeben. Der SH-Liga-Tabellendritte musste dort jedoch die Klasse Niendorfs anerkennen, verlor gegen den Hamburger Vertreter mit 0:9. Dagegen fiel die 1:5-Niederlage Eichedes gegen den Niendorfer TSV im Halbfinale ja fast schon knapp aus.

Und die Lokalmatadoren? Die SG VfR/Saxonia startete mit einem 5:3 gegen die klassenhöhere Eintracht aus Groß Grönau verheißungsvoll, kassierte dann jedoch drei Niederlagen in Folge und war raus. Immerhin schönte die Verbandsligatruppe von Trainer Kai Schlotfeldt ihre Bilanz noch mit einem abschließenden 4:3 über die enttäuschenden Büdelsdorfer. Die SG BöHu/Wa/PSV/SVT wurde zwar Gruppenletzter, feierte aber immerhin einen Sieg über die SG Wilstermarsch/Steinburg (3:2) und vermasselte dem SH-Liga-Schlusslicht somit den Einzug ins Viertelfinale. „Für uns war das Turnier ein lockerer Aufgalopp ins Fußballjahr 2015“, erklärte Bönebüttels Trainer Riko Bromm, der mit seinem Team in der Verbandsliga Süd um den Klassenerhalt ringen muss. „Bemerkenswert war, dass sich Bönebüttel-Husberg auch von Rückständen nicht hat beeindrucken lassen. Die Jungs haben sich tapfer geschlagen“, lobte Horst Dobro, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses im Fußballkreis Neumünster und Beisitzer im Jugendausschuss des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, die Bromm-Truppe. In der Tat kassierte die SG BöHu keine einzige Packung, wie es überhaupt im Feld kein einziges Kanonenfutter gab – das hatte man beim Energie & Bau Service-Cup schon anders erlebt. Auch für VfR/Saxonia hatte Dobro eine Analyse parat: „Die Gastgeber hatten sich sicherlich mehr ausgerechnet, mussten letztlich aber der Cleverness der höherklassigen Teams Tribut zollen.“

Unterm Strich bekamen rund 200 Zuschauer ein über weite Strecken hektisches Turnier mit vielen grenzwertigen Zweikämpfen geboten. SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer und auch Dobro sprachen das laut aus, was die Turnierleitung bereits nach den ersten Partien intern diskutiert hatte. „Eine Reduzierung der Mannschaftsstärke von vier auf drei Feldspieler wäre ratsam“, äußerten sich die beiden Funktionäre unisono. Wenigstens wurde die Zahl der Roten Karten aus dem Vorjahr nicht getoppt, erneut mussten „nur“ zwei Kicker vorzeitig duschen gehen: Eidertals Torwart Lukas Losch sowie Kronshagens Cedric Quadjovie, die sich zu Tätlichkeiten hinreißen ließen. Insgesamt fielen 247 Treffer, das waren sieben weniger als zwölf Monate zuvor.

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