Nie mehr dicke Luft in Heidgraben?

So funktioniert die neue Biofilteranlage: Mit ihrer Hilfe sollen unangenehme Düfte der Vergangenheit angehören. Foto: Montage: AZV
So funktioniert die neue Biofilteranlage: Mit ihrer Hilfe sollen unangenehme Düfte der Vergangenheit angehören. Foto: Montage: AZV

Abwasserzweckverband schließt Sanierungsarbeiten ab und nimmt neue Biofilteranlage im Liether Moor in Betrieb

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17. Dezember 2011, 07:19 Uhr

Klein Nordende/Heid- graben | In Heidgraben soll es nie wieder dicke Luft geben. So kündigt es der Abwasserzweckverband Südholstein (AZV) an, dessen Sanierung des Nebensammlers Nord in Heidgraben mit dem Abbau der so genannten Fäkalienpipeline in seine Endphase gegangen ist. Vor einem Jahr war der Nebensammler Nord in Elmshorn vom Heidmühlenweg bis zur Morthorststraße und in Klein Nordende entlang des Nordender Wegs saniert worden, nächstes Jahr gehen die Arbeiten von der Heidgrabener Ortsgrenze in Richtung Uetersen weiter.

"Wir haben im Liether Moor eine Biofilteranlage in Betrieb genommen, die dafür sorgt, dass unangenehme Gerüche entlang des Nebensammlers Nord der Vergangenheit angehören", verspricht Hilmar Poschmann, Projektleiter der Sanierungsmaßnahmen für den Nebensammler Nord beim AZV. "Dafür pumpen wir vom Elmshorner Heidmühlenweg bis zum Wiesengrund in Heidgraben aus zwei Richtungen die Abluft aus dem Sammler ab und behandeln sie biologisch, bevor sie wieder in die Umwelt entlassen wird." Das Abwasser, das sich auf dem Weg nach Hetlingen durch das Liether Moor arbeitet, stammt aus Elmshorn, Horst, Kiebitzreihe sowie Raa-Besenbek und bringt verschiedenste Gerüche mit sich. Welche das sind, wurde vorher ermittelt und die Mischung in der Biofilteranlage darauf ausgerichtet. Für den Bau der Rückhalte- und Ausgleichsbecken und die Abluftbehandlungsanlage hat der AZV rund drei Millionen Euro investiert.

"Es kann bis zu drei Monate dauern, bis die Anlage optimal arbeitet", sagt Michael Kampf, der für den Betrieb des Biofilters verantwortlich ist. "In der Zeit bilden sich die Mikroorganismen, die die Gerüche zersetzen und verringern. Wie schnell das passiert, ist unter anderem von den Temperaturen abhängig. Milde Temperaturen begünstigen diesen Prozess."

Nicht nur mit der Biofilteranlage sorgt der AZV für bessere Luft: "Auf den etwa 2,5 Kilometern von Klein Nordende bis kurz hinter Heidgraben befanden sich 32 Schächte. Zwei davon waren noch völlig in Ordnung, 20 haben wir saniert und zehn Schächte, also rund ein Drittel, wurden zurückgebaut. Die gibt es also nicht mehr", erklärt Miriam Fehsenfeld, Pressesprecherin des AZV. Und Poschmann ergänzt: "Wo weniger Öffnungen sind, können auch keine Gerüche mehr austreten. Wir haben die noch vorhandenen Schächte gasdicht gebaut und zahlreiche Haushalte mit Biofiltern ausgestattet. Damit sollte für Heidgraben jetzt eine deutliche Besserung eintreten."

Für die Elmshorner soll, so Fehsenfeld, die Inbetriebnahme des Biofilters keine direkten Auswirkungen haben. Denn auf der 1,4 Kilometer langen Strecke durch Elmshorn, die im vergangenen Jahr saniert wurde, wurde die Zahl der Schächte bereits von 18 auf 14 reduziert. "Auch hier wurden die noch vorhandenen Schächte gasdicht verschlossen, so dass sich auch in diesem Bereich entlang des Sammlers in der Regel keine Geruchsbelästigungen mehr ergeben sollten", sagt Miriam Fehsenfeld.

Neu ist dagegen, dass die Abluft, die zuvor ungereinigt nach Hetlingen weitergeleitet wurde, jetzt in den Biofilter im Liether Moor eingespeist wird. "Sollten jedoch irgendwo an dem überregionalen Kanalnetz Geruchsbelästigungen auftreten", ergänzt Michael Kampf, "möchten wir darüber informiert werden. Wer immer etwas riecht, sollte uns anrufen, damit wir dem nachgehen und so eventuell undichte Stellen entdecken können." Die Zuständigkeit des AZV liegt hierbei allerdings nur bei den Sammlerkanälen und den Zuleitungen aus den Pumpwerken vor Ort. "Für das eigentliche Ortsnetz, also die Kanalisation in sämtlichen Straßen der Städte und Gemeinden, sind wir nicht verantwortlich," schränkt Miriam Fehsenfeld den Aufruf ein.

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