US-Stadt Charlotte : Nach Protesten gegen Polizeigewalt: Gouverneur verhängt Ausnahmezustand

In der US-Stadt Charlotte protestieren hunderte Menschen. Die Lage eskalierte. Die Polizei setzte Tränengas ein.

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22. September 2016, 10:24 Uhr

Charlotte | Nach Zusammenstößen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Charlotte ist dort der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Er habe außerdem Maßnahmen eingeleitet, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen, twitterte der Gouverneur des Bundesstaats North Carolina, Pat McCrory, in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit).

In verschiedenen Teilen der USA protestierten in der Vergangenheit immer wieder Menschen gegen die Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern. Dabei kam es immer wieder auch zur Eskalation der Gewalt. Erst am Freitag war ein Afroamerikaner in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma von Polizisten erschossen worden. Er soll unbewaffnet gewesen sein und seine Hände erhoben haben.

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Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option. Eine solche Entscheidung müsse aber die Bürgermeisterin von Charlotte, Jennifer Roberts, treffen.

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Am Mittwoch waren eine zweite Nacht in Folge hunderte Menschen in Charlotte auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse am Dienstag zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage und es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Dabei wurde ein Demonstrant angeschossen. Zunächst hieß es, er sei ums Leben gekommen. Die Stadtverwaltung korrigierte dann allerdings einen eigenen früheren Bericht. Der Mann sei in kritischem Gesundheitszustand und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, twitterte sie. Er war den Angaben zufolge von einem anderen Zivilisten angeschossen worden. Die Polizei habe nicht geschossen.

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Bei Protesten in der Nacht davor waren 16 Polizisten verletzt worden. Polizeichef Kerr Putney berichtete am Mittwoch, Polizisten hätten am Dienstag einen Verdächtigen gesucht. Dabei hätten sie auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen und ihn mehrfach aufgefordert, auszusteigen. Das habe er schließlich getan, allerdings mit der Waffe. Er habe die Polizisten bedroht, daraufhin habe einer von ihnen geschossen. Der Schütze und der getötete Familienvater (43) sind Afroamerikaner.

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