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23. August 2017 | 06:29 Uhr

Nach der Uni zum Wellenreiten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Studieren in Brasilien – Die Zahl der deutschen Studenten hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt

„Nach der Uni pflege ich einen brasilianischen Lebensstil“, erzählt Phi-lipp Sackenheim. Der 23-jährige Münchener studiert seit August in Rio de Janeiro. Die Stadt genießt er in vollen Zügen: „Im Anschluss an die Vorlesungen mache ich Sport, spiele Fußball mit Freunden oder lerne surfen.“ Mit der Fußballweltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli rückt Brasilien derzeit verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit.

Studenten haben das Land dagegen offenbar schon länger im Blick. Sie ziehen es immer häufiger für ein nicht gerade billiges Auslandsstudium in Betracht. Die Zahl der Bewerber für einen Austauschplatz nach Brasilien hat sich in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt, sagt Ana Santos-Kühn. Sie leitet das International Office der Technischen Universität München. Mit acht brasilianischen Hochschulen hat die TU München Partnerschaftsabkommen abgeschlossen. Rund 600 deutsche Studenten fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) derzeit in Brasilien mit einem Jahresstipendium.

Einen Grund für das gestiegene Interesse sieht Santos-Kühn in der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Landes. „Deutsche Firmen lassen sich vermehrt in Brasilien nieder und suchen Leute, die beide Länder kennen.“ Immer mehr Studenten erkennen das – und wollen mit einem Auslandsjahr in Brasilien ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Gleichzeitig gibt es bislang nur relativ wenig Fachleute, die sich gut mit Brasilien auskennen und etwa fließend Portugiesisch sprechen, ergänzt Michael Eschweiler, der beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) das Referat für Brasilien leitet. Doch auch in fachlicher Hinsicht ist ein Studienaufenthalt in Brasilien für Hochschüler aus vielen Fachrichtungen interessant. Ingenieure finden häufig den Energiesektor spannend, da Brasilien anders als Deutschland einen Großteil seines Energiebedarfs mit Wasserkraft deckt, erzählt Eschweiler. Häufig können sie dort Techniken kennenlernen, die in Deutschland noch kaum genutzt werden. „Auch wer sich für Tropenmedizin oder Regenwaldschutz interessiert, ist gut aufgehoben.“ Mit Blick auf die Themen Stadtentwicklung sei das Land auch für Sozialwissenschaftler spannend.

Philipp Sackenheim studiert keines dieser Fächer. Er ist in München für Technische Betriebswirtschaftslehre eingeschrieben. Auf Brasilien kam er aus einem anderen Grund. Nach dem Abitur absolvierte er ein soziales Jahr in einer Favela eineinhalb Autostunden von Rio entfernt. Seitdem spricht er Portugiesisch – und hat das Land so lieben gelernt, dass er noch einmal länger zurückkehren wollte.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 12:06 Uhr

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