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„Jörg-Hegemann-Trio“ : Musiker brachten den Saal zum Toben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf Einladung des Jazzclubs spielte das „Jörg-Hegemann-Trio“ Boogie-Woogie der 30er-Jahre im Restaurant der Holstenhalle.

Neumünster | Ein prächtiges Osterei servierte der Jazzclub Neumünster seinen über 100 Gästen am Ostersonntag im Restaurant der Holstenhalle. Das „Jörg-Hegemann-Trio“ entführte die Gäste in die 30er-Jahre des
klassischen Boogie-Woogie und des Blues in den amerikanischen Großstädten.

Mit Hegemann saß ein Meister am Boogie-Woogie-Piano, der mit Charme, Klasse und Kraft diese faszinierende Musik wieder lebendig werden ließ. Je wilder die Melodien, desto toller griff Hegemann in die Tasten; und je mehr er dabei schwitze, desto mehr Spaß schien er dabei zu haben. Seine Finger flitzten so akrobatisch über die Tasten, dass einzelne Handlungen kaum mehr nachvollziehbar waren.

Schon nach den ersten Takten begann ein Teil des Publikums, sich im Rhythmus zu bewegen. Hegemanns Begleiter Dirk Engelmeyer (Schlagzeug und Gesang) und Matthias Klüter (Kontrabass) standen ihm in nichts nach und überzeugten mit Soli. Engelmeyer bereicherte das Konzert mit seinem natürlichen Gesang. Dennoch schien Hegemann beide an die Wand zu spielen.

Die Fans sahen und hörten, dass Boogie-Woogie die heißeste Musik ist, die auf einem Klavier zu spielen ist. Seine mitreißenden Bassfiguren und der pulsierende Rhythmus der linken Hand, die den akustischen Eindruck einer Dampflok symbolisierten, sowie die akrobatischen Varianten der rechten Hand, machten deutlich: Hegemann spielt diese Musik mit Leib und Seele.

Inhaltlich orientiert er sich an den Boogie-Legenden Albert Ammons, Meade Lux Lewis und Pete Johnson. In historischen Exkursen stellte der Pianist diese vor und interpretierte ihren jeweils besonderen Pianostil, beispielsweise bei Ammons „Swanee River Boogie“ oder auch beim „Tuxeto-Boogie“.

Bei fast jedem Stück gab es Szenenapplaus für die Akteure. Bei „Lux-Boogie“ sowie „Honky-Tonk Train Blues“ von Meade Lux Lewis (da war die Dampflok besonders gut zu hören) tobte der Saal. Die Besucher waren begeistert. Stehend und rhythmisch klatschend verabschiedeten sie die drei Musiker. Uwe Niewöhner aus Husum brachte es auf den Punkt: „Umwerfend schön. Mehr geht nicht.“

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