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„Elisabeth“ kommt nach Hamburg : Musical-Premiere in ungewöhnlicher Location

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Aus der Onlineredaktion

Das Musical „Elisabeth“ feiert Hamburg-Premiere im „Mehr! Theater“. Ein Besuch in der ungewöhnlichen Spielstätte am Großmarkt.

Hamburg | Zum ersten Mal wird am Donnerstagabend das erfolgreichste deutschsprachige Musical aller Zeiten, „Elisabeth“, in Hamburg gezeigt. Die dramatische Geschichte um die schöne Kaiserin Elisabeth und ihrem Tanz mit dem Tod hat im „Mehr!Theater“ ihre Hamburg-Premiere.

„Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“ spielt im „Mehr!Theater“ am Großmarkt in Hamburg. Die Premiere ist am 18. Februar - bis zum 27. März können Interessierte dann das Musiktheater besuchen.

Liebe, Macht, Ruhm, Schönheit, Verzweiflung und Mord: Das ist der Stoff, aus dem Dramen bestehen. Das Schicksal der österreichischen Kaiserin Elisabeth bietet genau das. Wer an die alljährlich zu Weihnachten über die Bildschirme flimmernden „Sissi“-Schmachtfetzen mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm denkt, hat freilich eher die naivherzige Thronfolgerin im Sinn als eine selbstbestimmte, gebildete Frau. Michael Kunze und Sylvester Leway hatten für „Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi“ eine andere Vision. Der deutsche Liedtexter und Librettist und der ungarische Komponist erzählen in ihrem Erfolgsmusical die Geschichte der sagenumwobenen Kaiserin als düsteren Totentanz.

Die Handlung beginnt 100 Jahre nach deren Ermordung- im Reich der Toten und Träumer. Elisabeths Mörder Luigi Lucheni rechtfertigt seine Tat und beschwört die versunkene Welt des Habsburgerreiches noch einmal herauf. Bald darauf betritt die erst 15-Jährige Elisabeth die Bühne, verliebt sich in Kaiser Franz Joseph und geht fortan eine selbstzerstörerische Liaison mit dem Tod ein.

Mit mehr als zehn Millionen Besuchern seit der Uraufführung in Wien 1992 avancierte das düstere Drama zum erfolgreichsten deutschsprachigen Musical. Die detailverliebte Produktion begeisterte seitdem bereits in sieben Sprachen und zwölf Ländern in über 7900 Vorstellungen das Publikum. 23 Jahre nach der Uraufführung sind jetzt auch in Hamburg Titel wie „So wie man plant und denkt“, „Eine Kaiserin muss glänzen“ und „Ich gehör nur mir“ zu sehen und hören.

Kultur zwischen Früchten und Kartoffeln

Im „Mehr! Theater“ gastiert der Welterfolg fünfeinhalb Wochen lang – in einer der wohl ungewöhnlichsten Locations in Norddeutschland. Das im März 2015 eröffnete Theater befindet sich mitten auf dem Gelände des Großmarkts. Wer sich nach dem Genuss von Rock- und Popkonzerten oder Theateraufführungen umschaut, kann Zeuge werden, wie Heidekartoffeln und Salatköpfe palettenweise angeliefert und entladen werden. Die Spielstätte zwischen Hauptbahnhof und Elbbrücken liegt in einem Areal, das für das Publikum lange nicht zugänglich war. „Bislang tummelten sich auf dem Gelände nur Großhändler. Das hat sich geändert. Auch Hamburger und Touristen fahren das Gelände nun mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln an“, erzählt Pressesprecher Thomas Mehlbeer und führt durch den imposanten Bau. 1962 wurde die Großmarkthalle unter der Leitung des Architekten Bernhard Hermkes fertiggestellt. Mit ihrer futuristischen Architektur aus Glas und Beton setzte der Koloss schon damals Maßstäbe. Heute steht das Gebäude als eines der letzten Beispiele von Spannbetonbauten in Hamburg unter Denkmalschutz. Die innere Bauweise verzichtet auf Trennwände oder Zwischendecken. Außer der Architektur besticht das Gebäude mit direkter Anbindung an die Waterkant und als geplanter östlicher Zielpunkt des Speicherstadtboulevards.

Als sich die Händlerstruktur des Großmarktes veränderte, überlegte die Stadt, wie man neue Mieter gewinnen könne. Am 14. November 2012 wurde der Vertrag für den Neubau eines Theaters in einem Teilbereich der 40.000 Quadratmeter großen Großmarkthalle unterschrieben. Zur Mehr! Entertainment Gruppe gehören bereits das Starlight Express Theater in Bochum, der Admiralspalast Berlin, das Capitol Theater Düsseldorf, das Musical Theater Bremen und der Musical Dome Köln. Im März 2015 wurde das Portfolio dann um die Hamburger Kulturstätte erweitert.

Nach dem Eröffnungskonzert mit dem London Symphony Orchestra zeigte man das Musical „We will rock you“ als Gastspiel. Queen-Gitarrist Brian May zeigte sich ebenso begeistert wie die Fans des Berliner Kult-DJs Paul Kalkbrenner oder die Anhänger von Hans Kloks Zaubershow „The New Houdini“. Bis zu 3500 Zuschauer finden in der 20 Meter hohen Halle Platz. 745 der 2400 Sitzplätze befinden sich im Hochparkett, 550 auf dem Balkon.

„Das Theater bietet eine erstaunlich detailgetreue Akustik“, sagt Mehlbeer und führt hinter die Bühne in den Backstagebereich. Angebissene Tortenstücke aus Styropor und knallbunte Kostüme am Garderobenhaken erinnern an die letzte Produktion „Swanlake Reloaded“. Der Bühneneingang ragt direkt in die zugigen Obst- und Gemüsehallen hinein. Das Wachpersonal der Großmarkthallen kann zuweilen Zeuge werden, wie sich Bands backstage unmittelbar vor dem Auftritt vorbereiten. Mehlbeer schwärmt von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich nicht zuletzt dank der flexiblen Bühnenmaße von 320 m² bis 1440 m² und den variablen Portalen ergeben. Der Medienmanager ist von der Attraktivität der außergewöhnlichen Spielstätte überzeugt: „In zehn Jahren soll jeder Hamburger einmal hier gewesen sein!“

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erstellt am 17.Feb.2016 | 16:27 Uhr

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