Entwarnung : Muschelwächter-Krabben bleiben Einzelfunde

Fünf Jahre nach dem Fund einer Muschelwächter-Krabbe vor Sylt geben Experten Entwarnung: Der von Muschelfischern gefürchtete, erbsengroße Einwanderer hat sich bislang noch nicht im Watt breit gemacht.

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04. November 2013, 17:36 Uhr

Sylt/Hamburg Fünf Jahre nach dem kuriosen Fund einer seltenen Muschelwächter-Krabbe im Sylter Watt hat sich das Tier an der deutschen Küste kaum größer verbreitet. Muschelfischer fürchten die erbsengroße Krabbe, die sich in den Schalen einnistet – und so am Ende auf dem Teller landen kann. Es deute aber nichts auf eine Massenentwicklung des Muschelwächters hin, sagte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband in Hamburg. „Muschelfischer in Schleswig-Holstein haben eher selten mit ihm zu tun.“

Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer hatten den Muschelwächter im Sommer 2008 vor Sylt entdeckt und erklärt, er sei im deutschen Watt so gut wie unbekannt. Im Fundgebiet liegen die größten Miesmuschel-Zuchtflächen Schleswig-Holsteins. Entsprechend besorgt waren die Muschelfischer. Fünf Jahre später scheint Entwarnung angebracht. Muschelfischer haben es laut Uhl nach wie vor nur gelegentlich mit Einzelfunden zu tun.

Meeresbiologe Stefan Nehring vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn ist Experte für neue Arten an der Küste. Er bestätigte, dass ein mögliches Massenvorkommen des auch Erbsenkrabbe genannten Tieres in deutschen Miesmuscheln kein Thema sei, „aber ab und zu findet sich der Muschelwächter in einer Portion auf dem Teller“.

Anders sieht die Lage nach Uhls Angaben in den Niederlanden aus: „Im niederländischen Nationalpark Oosterscheldemündung, dem wichtigsten Zuchtgebiet für Miesmuscheln in Mitteleuropa, sind in manchen Jahren höhere Populationen beobachtet worden.“ Das habe  auch zu einer höheren Befallsrate bei den verkauften Miesmuscheln geführt. Der Krebs sei für Muschelfans zwar unbedenklich, allerdings sei es „nicht angenehm, beim Muschelessen auf einen knusprigen Inhalt zu beißen“, sagte Ubl. Die Wahrscheinlichkeit sei jedoch  gering.

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