Müllstörche : Müllkippe weg - Was nun? Das Beispiel Malpartida de Caceres

Auf die Halden sind die Tiere inzwischen angewiesen - werden sie geschlossen, muss Ersatz her. Foto: Holger Schulz
Auf die Halden sind die Tiere inzwischen angewiesen - werden sie geschlossen, muss Ersatz her. Foto: Holger Schulz

Als die Mülldeponie in der Stadt Caceres ihre Tore schloss, ging in Malpartida noch im gleichen Jahr die Anzahl der Brutpaare um 20 Prozent zurück.

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22. April 2011, 05:40 Uhr

Malpartida de Caceres in der spanischen Provinz Extremadura ist ein Storchenparadies. Die Vögel brüten sowohl auf den Dächern der idyllischen Altstadt als auch auf riesigen Granitblöcken im Naturschutzgebiet Los Barruecos. Das beeindruckende Naturspektakel lockt zahlreiche Touristen in die ländliche Region.
Als die Mülldeponie der 10 Kilometer entfernten Stadt Caceres ihre Tore schloss, ging in Malpartida noch im gleichen Jahr die Anzahl der Brutpaare um 20 Prozent zurück. Auch der Bruterfolg war plötzlich deutlich niedriger. Zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren verließen die Vögel im Winter die Brutgebiete. "Die Störche kehren zurück zu ihrem natürlichen Verhalten", freut sich die Naturschützerin Carmen Dominguez von der Stadtverwaltung und nimmt dafür gerne den Bestandsrückgang in Kauf.
Trotzdem wollte sie beim Schwund der wichtigsten Touristenattraktion des Ortes nicht tatenlos zuschauen. Mit großem Aufwand ließ man natürliche Lebensräume renaturieren, und prompt wurden diese von den Störchen angenommen. Auch 25 dort neu errichtete Nistmasten waren in kürzester Zeit besetzt. Malpartida de Caceres: Ein Musterbeispiel für den Umgang mit der neuen Situation.
(Holger Schulz, shz)

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