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Fußball-Verbandsliga : Mit Usadel zur Kontinuität?

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach der Trennung von Trainer Stephan Waskönig wird der bisherige Co-Trainer Dennis Usadel neuer „Chef“ beim Rendsburger TSV. Der 35-Jährige hatte bereits in den vergangenen Wochen das Training am Nobiskrug geleitet.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Kontinuität ist beim Fußball-Verbandsligisten Rendsburger TSV ein Fremdwort. Auch in der Saison 2014/15 kommt der Traditionsverein vom Nobiskrug nicht zur Ruhe. Wieder einmal muss ein Trainer vorzeitig gehen. Am Montagabend wurde Stephan Waskönig nach einer Gesprächsrunde mit Vorstand, Förderverein und Sponsoren von seinen Aufgaben entbunden. Der bis 30. Juni 2015 datierte Vertrag soll zum 31. Dezember 2014 aufgelöst werden. Der 42-Jährige ist damit bereits der sechste Trainer beim RTSV, der seit September 2010 vor Vertragsende ausgeschieden ist (siehe Infokasten). Auf Waskönig folgt der bisherige spielende Co-Trainer Dennis Usadel, der in der kommenden Woche Vertragsgespräche mit dem Verein führen will.

Als Grund für Waskönigs Beurlaubung nennt der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Michael Thomas Fröhlich, einen „Entfremdungsprozess zwischen Trainer und Mannschaft“. Waskönig weilte in den vergangenen Monaten unter der Woche in Duisburg, wo er einen Meisterlehrgang für Abfallwirtschaft absolvierte. Das Training leitete in dieser Zeit Usadel, Waskönig war nur bei den Spielen vor Ort, nahm dann aber die Mannschaftsaufstellung vor. Fröhlich: „Das hat zu einigen Spannungen geführt. Wie will ein Trainer die Trainingsleistung beurteilen, wenn er nicht beim Training ist?“ Dass Waskönig den Verein vor seinem Engagement nicht vollständig darüber informiert habe, wie zeitintensiv die Meisterschule in Duisburg ist, kam bei den Verantwortlichen ebenfalls nicht gut an. Fröhlich: „Hätten wir gewusst, dass Stephan Waskönig so oft fehlt, hätten wir ihn vielleicht gar nicht erst verpflichtet.“ Dem widerspricht Waskönig. „Die Meisterschule war Teil meines Vertrags.“ Allerdings hat Waskönig die Vertragsgespräche im Mai mit dem damaligen Liga-Manager Fritz Bohla geführt – und der trat im August ohne Angabe von Gründen überraschend von seinem Posten zurück. Waskönig: „Beim RTSV gibt es offenbar ein Kommunikationsproblem. Mehr will ich dazu aber nicht sagen.“

Doch auch nach Ende des Lehrgangs, so ist aus der Mannschaft zu hören, habe Waskönig beim Training öfter gefehlt, und wenn er einmal die Übungseinheiten übernommen hat, so habe er lustlos gewirkt. „Als wenn er überhaupt keinen Bock hat“, sagt ein Spieler, der nicht genannt werden will. Auch einige Personalentscheidungen seien nicht nachvollziehbar gewesen. Viele Akteure, so der Spieler weiter, hätten bereits angekündigt, den Verein zum Saisonende verlassen zu wollen, wenn Waskönig Trainer bliebe. Erschwerend kam für Waskönig hinzu, dass er sich mit dem Hauptsponsor überworfen hat – was in der Vergangenheit beim RTSV nie folgenlos geblieben ist. Zu einem tiefen Zerwürfnis, so berichten Insider, sei es gekommen, nachdem Waskönig die Spieler Mustafa Korkmaz und Yetis Alaca sowie Betreuer Siegfried Paltinat aus der Mannschaft verbannt habe. Stellung nehmen wollte der 42-Jährige dazu nicht. „Ich möchte erst einmal das offizielle Statement des Vereins abwarten.“

Dennis Usadel freut sich derweil auf seine neue Aufgabe, wenngleich er von einem „komischen Gefühl“ spricht. „Stephan und mich verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Zudem sind wir Arbeitskollegen. Aber als man mich gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, den Trainerjob zu übernehmen, habe ich nicht lange überlegt.“ Vorerst wird sich der 35-Jährige, mit sieben Toren treffsicherster Spieler des RTSV im bisherigen Saisonverlauf, nur auf die Aufgaben an der Seitenlinie konzentrieren, zumal er noch ohne Co-Trainer auskommen muss. „Ich habe aber schon jemanden im Kopf. Mal sehen, was die Gespräche ergeben.“ Zuversicht versprüht der neue Coach jedenfalls. „Ich habe ein gutes Gefühl und denke, dass ich hier einiges bewirken kann – über hoffentlich einen längeren Zeitraum.“ Damit Kontinuität beim Rendsburger TSV nicht länger ein Fremdwort ist.

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